Auf Übergewicht folgt ein Vitamin-D-Mangel

Adipositas senkt die Vitamin-D-Spiegel. Der Umkehrschluss gilt nicht, zu wenig Vitamin D macht nicht dick.

Vitamin D ist an vielen Prozessen im Stoffwechsel beteiligt. Seit langem ist bekannt, dass Menschen mit Übergewicht oft zu niedrige Vitamin-D-Werte haben. Dies kann im Zusammenhang mit der Adipositas zu chronischen Krankheiten beitragen. Die Ursache für die geringe Versorgung mit Vitamin D bei Adipositas war bisher nicht bekannt. Ein internationales Team von Medizinern hat nun die genetischen Daten von mehr als 42.000 Personen ausgewertet, die an 21 Studien in den USA und in Europa teilgenommen hatten.

Sie prüften zwölf Genmarker, die mit einem erhöhten Body-Mass-Index (BMI) verbunden sind. Tatsächlich zeigten sich deutliche Beziehungen zum Vitamin D. Unabhängig von Geschlecht und Alter hatten Teilnehmer, bei denen diese Genvarianten deutlich erhöht waren, auch das stärkste Übergewicht und die niedrigsten Vitamin-D-Spiegel. Diese Ergebnisse wurden in einer weiteren Studie geprüft, dabei standen genbezogene Daten von 124.000 Personen zur Verfügung. Es zeigte sich der gleiche Trend. Je höher der Anteil der Genvarianten, die an Übergewicht beteiligt sind, um so höher fiel derBMI aus und um so niedriger waren die Vitamin-D-Spiegel.

Schon eine Gewichtszunahme von 10 Prozent verringerte die Vitamin-D-Spiegel um mehr als vier Prozent. Noch konnte aber das Gegenteil nicht ausgeschlossen werden, dass zu wenig Vitamin D zu Übergewicht beiträgt. Daher wurden vier Genvarianten in allen Studien geprüft, die mit niedrigen Vitamin-D-Werten verbunden sind. Bei Menschen mit diesen Genmarkern fanden sich geringe Vitamin-D-Spiegel, jedoch keine erhöhten Vorkommen von Übergewicht.

Die Forscher schließen daraus, dass bei einer generellen Senkung des Übergewichts in der Bevölkerung auch der Vitamin-D-Mangel geringer ausfallen würde. Die Mediziner empfehlen, bei Übergewichtigen auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D zu achten. Das gilt besonders bei Menschen mit der genetisch bedingten Neigung zu niedrigen Vitamin-D-Werten.

Quelle:
Karani S. Vimaleswaran et al., Causal Relationship between Obesity and Vitamin D Status: Bi-Directional Mendelian Randomization Analysis of Multiple Cohorts.
In: PLOS Medicine Vol. 10, Nr. 2, doi: 10.1371/Journal.pmed.1001383.

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