Jodmangel bei Kindern wieder häufiger

Die DONALD-Studie zeigt, zu viele Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren erreichen nicht die wünschenswerte Jodversorgung.

Jod ist als Spurenelement lebensnotwendig, kann jedoch im Körper nicht selbst gebildet und muss mit der Nahrung aufgenommen werden. Vor allem die Schilddrüse reagiert empfindlich aufUnterversorgungen, aber auch die geistige Entwicklung profitiert on einer guten Jodzufuhr. Aufgrund der Boden- und Wasserverhältnisse ist Deutschland eher gering mit Jod versorgt.

Jodreiche Seefische und Meerestierewerden in vielen Familien wenig bis gar nicht gegessen. Milch kann relativ gut mit Jod versorgen, und jodiertes Salz kann privat im Haushalt und industriell freiwillig verwendet werden, um den Jodbedarf besser zu decken. Das hat seit den 90er Jahren die Jodversorgung verbessert, jedoch offenbar nicht langfristig zufriedenstellend. Von Jodmangel sind oft auch Kinder betroffen, wie die DONALD-Studie zeigt, die von 2004 bis 2009 an knapp 300 Sechs- bis Zwölfjährigen in Deutschland durchgeführt wurde.

Nach einem Anstieg der Jodwerte bei den Kindern in 2004 blieb das Niveau der Jodwerte bis 2006 hoch, sank danach aber wieder ab und lag am Ende von 2009 wieder unter den von der WHO empfohlenen Jodwerten für diese Altersgruppe. Mehr als die Hälfte der Kinder erreichte die empfohlene Jodzufuhr nicht. Milch und jodiertes Speisesalz deckten zu rund drei Vierteln den Jodanteil. Ernährungswissenschaftler führen die verschlechterte Jodzufuhr u.a. auf den gesunkenen Anteil von Jodsalz in industriell hergestellter Nahrung zurück. Man schätzt, dass nur 25 Prozent der Lebensmittelhersteller Jodsalz bei ihren Produkten verwenden.

Ernährungswissenschaftler fordern daher  eine verbesserte Aufklärung über die Verwendung von Jodsalz. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. schlägt außerdem eine Erhöhung des Jodanteils im Salz vor, der in Deutschland mit 15 bis 25 Mikrogramm pro Gramm Salz bisher im unteren Bereich liegt. Laut WHO sollte der Jodanteil zwischen 20 bis 40 Mikrogramm liegen. Da ist also noch Luft für eine bessere Jodversorgung, die gesundheitlich sicher ist. 

Quelle:
Ingeborg Bördlein, Jedes zweite Schulkind hat Jodmangel. In: Ärzte-Zeitung vom 13.3.2013.

Als registrierter/angemeldeter Benutzer erhalten Sie zusätzlich Empfehlungen und Informationen unserer Redaktion.