Vitamin E und das Krebsrisiko

Forscher hoffen, den Wirkmechanismus von Vitamin E auf die Krebszellen entdeckt zu haben.

Vitamin E gehört zu den fettlöslichen Vitaminen und hat antioxidative Fähigkeiten. Seit langem vermuten Mediziner daher auch, dass es zwischen Vitamin E und Krebs eine Beziehung gibt. Doch bisher fehlte es an schlüssigen Erklärungen, auf welche Weise Vitamin E Krebskrankheiten beeinflussenkann. Nun zeigten US-amerikanische Forscher, dass Gamma-Tocopherol, eine der Formen von Vitamin E, ein Enzym (AKT) hemmt. Es wird für das Überleben der Krebszelle, für ihr Wachstum und den Stoffwechsel benötigt.

Damit eröffnen sich möglicherweise für die Vorbeugung und Therapie von Krebs neue Wege. Allerdings dämpft Professor Ching-Shih Chen von der Ohio State University allzu schnelle Hoffnungen, dass jede Ergänzung von Vitamin E zu diesem Effekt führen kann. Mit der Ernährung nehmen wir vor allem Vitamin E als Alpha-Tocopherol auf. Viele auf dem Markt angebotene Vitamin E-Ergänzungen sind synthetisch und liefern ebenfalls allein Alpha-Tocopherol. Auch dieses kann das betreffende Enzym hemmen, jedoch deutlich geringer im Vergleich zu Gamma-Tocopherol.

Hinzu kommt weiter, dass die krebsschützende Wirkung von Gamma-Tocopherol offenbar sehr hohe Dosen erfordert, die der Körper nicht absorbieren kann. Die Forscher versuchten daher, das Gamma-Tocopherol minimal in seiner Struktur zu verändern, und erreichten damit eine deutlich erhöhte krebshemmende Wirkung. Das ebnet möglicherweise den Weg zu einer sicheren Ergänzung von Vitamin E, die in der richtigen Dosierung zur Krebsvorbeugung beitragen kann.

Quelle:
P. H. Huang et al., Vitamin E facilitates the inactivation of the Kinase Akt by the Phosphatase PHLPP1.
In: Science Signaling Vol. 19, Nr. 6, S. 267, 2013.

Als registrierter/angemeldeter Benutzer erhalten Sie zusätzlich Empfehlungen und Informationen unserer Redaktion.