Darmbakterien und ihre Verbindung zum Immunsystem

Neue Erkenntnisse über die Funktion der Darm-Mikroben im Immunsystem könnten für die Gesundheit wichtig sein.

Im Darm sind Hunderte von verschiedenen mikrobiellen Spezies angesiedelt, die auch für das Immunsystem wichtig sind. Neue Methoden in der Genomsequenzierung helfen, die Interaktionen zwischen der Darmflora und dem Immunsystem besser zu verstehen und Schlüsselfaktoren zu ermitteln. Ein Team von US- Medizinern wertete relevante Studien darüber aus. Zwischen den Dysfunktionen des Immunsystems und vielen körperlichen Bedingungen und Krankheiten gibt es enge Beziehungen. Dazu gehören u.a. Autoimmunkrankheiten, Depressionen, Allergien, Asthma, Zöliakie, entzündliche Darmerkrankungen und das Übergewicht.

Auch die Fehlfunktionen im Darmsystem könnten dazu beitragen. Bekannt ist, dass der Darm mehr Immunzellen als der gesamte restliche Körper enthält. Ein gestörter Austausch zwischen den Darmmikroben und anderen Immunzellen könnte das Immunsystem schwächen und metabolische Prozesse stören. Bei Gesunden regt die Darmflora das Immunsystem an, und die gegenseitige Kommunikation funktioniert gut. Unser Lebensstil mit einer oft ungesunden Ernährung, dem übermäßigen Gebrauch von Antibiotika und andere belastende Einflüsse können dieses Verhältnis stören. Das schränkt auch die Kommunikation zwischen dem Immunsystem und den Darmmikroben ein.

Die Mediziner analysierten z.B., wie Dysfunktionen von Mikroben zu einer Malabsorption oder Diarrhoe führen können. Sie zeigen auch, dass sich die Mikroben an eine fettreiche Ernährung schnell anpassen und entsprechende Lebensmittel bevorzugen. Das steigert die Fettabsorption und führt zur Gewichtszunahme. Weiter können chronische Entzündungen, die mit Diabetes, Herzkrankheiten und Krebs verbunden sind, mit Dysfunktionen im Mikrosystem des Darms beginnen. Gute Darmfunktionen brauchen eine gut abgestimmte Balance von Regulationen zwischen dem Darm-Epithel, dem Immunsystem und der Darmflora.

 

Was immer die ausgeglichene Balance stört, die Darmflora ist meistens daran beteiligt, da sie Signale an andere Beteiligte leitet. Neue Erkenntnisse über diese Beziehungen könnten in Zukunft dazu beitragen, die Balance je nach individuellem Bedarf wieder herzustellen. Dazu wird vermutlich gehören, bestimmte Arten von Prä- und Probiotika gezielt einzusetzen. Außerdem könnten die Nebenwirkungen von Antibiotika auf die Darmflora verringert werden.

Quelle:
Renee L. Greer et al., Bridging immunity and lipid metabolism by gut microbionta.
In: The Journal of Allergy and Clinical Immunology Vol. 132, Nr. 2, 2013, S. 253-262, doi: 10.1016/j.jaci2013.06.025.

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