Probiotika können Babys vor Hautstörungen schützen

Probiotika können das Risiko für Hautekzeme etwas verringern. Am besten beginnt der Schutz vor der Geburt. 

Schon Säuglinge können von Hautstörungen wie Ekzemen betroffen sein. Sie gehören zu den ersten Zeichen für Allergien, die sich später entwickeln und über die Kindheit bis ins Erwachsenenalter bestehen können. Bekannt ist, dass die Darmflora eine Rolle bei der Reifung des Immunsystems spielt. Seit rund 20 Jahren werden Probiotika auf ihre Wirkungen hin untersucht, ob sie solche Hautstörungen, aber auch Allergien allgemein und Asthma, verringern können. Bisher gelten die Ergebnisse als uneinheitlich. Eine Meta-Analyse wertete nun mehr als 20 (randomisierte, Placebo-kontrollierte) Studien von 2001 bis 2012 mit rund 4000 Teilnehmern aus.

Danach konnte die Ergänzung von Probiotika bei schwangeren Frauen und bei Säuglingen das Risiko für die atopische Sensibilisierung senken. Nachgewiesen wurden auch Effekte auf das Immunsystem. Der IgE-Wert konnte bei den Kindern durch Probiotika gesenkt werden. Auf die Entwicklung von Asthma fand man jedoch keine Wirkungen. Dies könnte nach Meinung der Mediziner daran liegen, dass die Studien nicht lange genug durchgeführt wurden, um Wirkungen zu belegen. Vermutlich haben aber bestimmte Probiotika-Bakterien auch spezifische Wirkungen. Dies sollte in Zukunft intensiver erforscht werden.

In einer Studie nahmen werdende Mütter verschiedene Probiotika-Ergänzungen ein. Sie erhielten entweder Lactobacillus rhamnosus (HN001) oder B. animalis subsp lactis (HN019) oder ein Placebo. Die Frauen nahmen diese Ergänzungen täglich ab der 35. Schwangerschaftswoche bis zur Geburt und während der Stillzeit von sechs Monaten ein. Danach erhielten die Kinder bis zum Alter von zwei Jahren die Probiotika- oder Placebo-Ergänzung. 300 Kinder konnten bis zum Alter von sechs Jahren weiter beobachtet werden. Im Vergleich zum Placebo waren bei Kindern, die L. rhamnosus erhalten hatten, die Vorkommen von Ekzemen um 44 Prozent geringer. B. animalis subsp lactis beeinflusste dagegen die Hautekzeme nicht.

Die Mediziner schließen daraus, dass L. rhamnosus das  Immunsystem in den ersten zwei Lebensjahren so modulieren kann, dass die Wirkung bis ins sechste Lebensjahr anhält. Außerdem konnte für L. rhamnosus erstmals bei sechs Jahre alten Kindern die signifikant verringerte Reaktion auf einen Hauttest gezeigt werden. Das weist für die Forscher darauf hin, dass L. rhamnosus Spezies-spezifische Wirkungen haben kann. Sie vermuten, dass dieses Bakterium auch langfristig in späteren Lebensjahren die atopische Sensibilisierung verringern könnte.

Quelle:
Nancy Elazab et al., Probiotic Administration in Early Life, Atopy, and Asthma: A Meta-analysis of Clinical Trials.
In: Pediatrics, Online-Veröffentlichung vom 19.8.2013, doi: 10.1542/peds.2013-0246
und
K. Wickens et al., Early supplementation with Lactobacillus rhamnosus HN001 reduces eczema prevalence to 6 years: does it also reduce atopic sensitization?
In: Clinical & Experimental Allergy Vol. 43, Nr. 9, 2013, S. 1048-1057.

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