Fischöle können zur Krebsprävention beitragen

Omega-3-Fettsäuren können vermutlich die Vorbeugung von Brust- und Prostatakrebs unterstützen, wie zwei neue Studien zeigen.

Chinesische Mediziner führten eine Meta-Analyse durch, um die Wirkung von Fisch und Omega-3-Fettsäuren auf das Risiko von Brustkrebs zu untersuchen. Dabei sollten auch Hinweise auf verschiedene Dosierungen ausgewertet werden. Einbezogen wurden 26 (prospektive) Studien aus den USA, Europa und Asien. An ihnen nahmen knapp 900.000 Frauen teil, darunter 21.000 Brustkrebs-Patientinnen. Die Studien wurden wenigstens vier und bis zu 20 Jahre lang durchgeführt. In 11 Studien wurde der Fischverzehr in Bezug auf Brustkrebs untersucht.

17 Studien werteten die Verbindungen der marinen Omega-3-Fettsäuren (EPA, DHA) zu Brustkrebs aus. In 12 Studien wurde auch die Wirkung von Alpha-Linolensäure auf Brustkrebs einbezogen. Die Auswertung zeigte: der Gesamtgehalt von Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen verringerte das Risiko an Brustkrebs zu erkranken um 14 Prozent. Dabei erzielte jede Zufuhr von 0,1 Gramm Omega-3-Fettsäuren täglich (oder 0,1 Prozent der täglichen Energieaufnahme) eine Risikominderung von 5 Prozent. Generell profitierten alle Frauen von marinen Omega-3-Fettsäuren, der Schutzeffekt war bei den Asiatinnen allerdings etwas höher. Das liegt vermutlich daran, dass in Asien allgemein mehr Fisch gegessen wird.

Von der präventiven Wirkung der Omega-3-Fettsäuren profitierten vor allem Frauen in der Postmenopause, was auf einen Langzeiteffekt hinweisen könnte. Überraschend war, dass sich der Fischverzehr allein nicht signifikant auf den Brustkrebs auswirkte. In Fischen eventuell enthaltene Organometalle und Pestizide könnten zu erwartende Schutzeffekte verringern. Auch die Aufnahme von Alpha-Linolensäure brachte keine signifikanten Ergebnisse. Die Forscher plädieren dafür, die Wirkung von Omega-3-Fettsäuren auf das Brustkrebsrisiko weiter zu untersuchen.

Auch bei Männern mit Prostatakrebs kann sich die Ernährung zusammen mit Omega-3-Fettsäuren positiv auswirken. Die Forscher hatten bereits 2011 nachgewiesen, dass eine fettarme Ernährung mit der Ergänzung von Fischölen im Verlauf von vier bis sechs Wochen vor einer Prostatakrebs-Operation das Wachstum der Krebszellen im Prostatagewebe verlangsamen konnte. Nun zeigt die gleiche Forschergruppe, dass die fettarme Ernährung zusammen mit der Fïschöl-Ergänzung (EPA, DHA) die Perspektiven von Prostatakrebs-Patienten auch nach einer Operation weiter verbessern kann.

Im Vergleich zu Patienten, die sich mit der fettreicheren, typisch westlichen Diät ernährten, konnte die fettarme, an Omega-3-Fettsäuren reiche Ernährung die Zellmembranen in den gesunden Zellen und in den Prostata-Krebszellen verbessern. Dabei sanken die proentzündlich wirkenden Omega-6-Fettsäuren signifikant ab, und auch die Zellprogression verringerte sich. Das kann nach Ansicht der Forscher dazu beitragen, einer aggressiven Prostatakrebs-Entwicklung bzw. einem -Rückfall vorzubeugen.

Quelle:

Ju-Sheng Zheng et al., Intake of fish and marine n-3 polyunsaturated fatty acids and risk of breast cancer: meta-analysis of data from 21 independent prospective cohort studies.
In: British Medical Journal, Vol. 346, 2013, f3706.

Colette Galet et al., Effect of a Low-fat Fish Oil Diet on Pro-inflammatory Eicosanoids and Cell Cycle Progression Score in Men Undergoing Radical Prostatectomy.
In: Cancer Prevention Research, Online-Vorveröffentlichung vom 29. Oktober 2013, doi: 10.1158/1940-6207.CAPR-13-0261.

zurück zur Übersicht
Als registrierter/angemeldeter Benutzer erhalten Sie zusätzlich Empfehlungen und Informationen unserer Redaktion.