Flavonoide und Omega-3-Fettsäuren können das Diabetes-Risiko verringern

Bei Frauen verbesserten Flavonoide die Insulinresistenz und Blutglukose, Männer profitierten von einer guten Versorgung mit Fischölen.

Bei rund 2.000 Frauen im Alter von 18 bis 76 Jahren untersuchten englische Mediziner die Versorgung mit Flavonoiden (sekundäre Pflanzenstoffe), die in Obst, Tee und Gemüse reichlich vorhanden sind. Die Forscher untersuchten dabei speziell die Wirkungen von Untergruppen. Dazu gehören Flavone, die vor allem in Kräutern und Gemüse, z.B. in Petersilie, Thymian und Sellerie, enthalten sind, und die Anthocyane, die reichlich in Beeren, roten Weintrauben, Wein und anderen roten und blauen Obst- und Gemüsesorten vorkommen. Bei allen Frauen wurde mit einer Ernährungsbefragung der Verzehr an Flavonoiden mit sechs Subklassen bestimmt.

Weiter untersuchte man ihre Insulinresistenz, ein bekannter Risikofaktor für Diabetes, und entzündliche Biomarker (CRP etc.). Die Gesamtwerte an Flavonoiden und einige der Subklassen beeinflussten das Diabetes-Risiko nicht. Nur Frauen, die gut mit Flavonen und Anthocyanen versorgt waren, hatten eine geringere Insulinresistenz. Bei guten Aufnahmen von Anthocyanen hatten die Frauen geringere Insulin- und CRP-Werte. Sie litten weniger an chronischen Entzündungen, die oft mit Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauf-Krankheiten und Krebs verbunden sind. Bei guter Versorgung mit Flavonen war Adiponektin (Peptidhormon in den Fettzellen) verbessert, das hilft, einige Stoffwechselprozesse zu regulieren, darunter auch den Glukosespiegel. Noch können die Forscher aufgrund dieser Ergebnisse nicht angeben, wieviel Flavone und Anthocyane nötig sind, um das Diabetes-Risiko zu senken. Das sollte in weiteren Studien untersucht werden.

In einer Meta-Analyse bestätigten sich diese Ergebnisse. Ausgewertet wurden sechs Beobachtungsstudien mit knapp 285.000 Teilnehmern. Rund 18.000 Personen entwickelten im Lauf der jahrelangen Studienzeiten einen Diabetes (Typ 2). Teilnehmer mit einer hohen Versorgung an Flavonoiden hatten ein um 9 Prozent geringeres Diabetes-Risiko. Dabei gab es einen dosisabhängigen Effekt. Ein Anstieg von 500 Milligramm täglich verringerte das Risiko signifikant um 5 Prozent.
 
In einer anderen Studie untersuchten Mediziner den Einfluss von Omega-3-Fettsäuren (EPA, DHA, DPA und ALA) auf das Diabetes-Risiko. Einbezogen waren Daten von 2.112 Finnen im Alter von 42 bis 60 Jahren. Sie hatten ab Mitte der 80er Jahre an einer Studie über das Risiko von Herzkrankheiten (Kuopio Ischemic Heart Disease Risk Factor Study) teilgenommen. Bei 422 Männern aus dieser Gruppe entwickelte sich im Lauf der rund 20-jährigen Beobachtung ein Diabetes. Die Mediziner verglichen bei allen Teilnehmern die Serumwerte der Omega-3-Fettsäuren. Die Männer, die am besten mit den Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen (EPA, DHA und DPA) versorgt waren, hatten ein um 33 Prozent geringeres Risiko, an Diabetes zu erkranken.

Quelle
Amy Jennings et al., Intakes of Anthocyanins and Flavones Are Associated with Biomarkers of Insulin Resistence and Inflammation in Women.
In: Journal of Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 20.1.2014, doi: 10.3945/jn.113.184358.

Yu-Jian Liu et al., Dietary flavonoids intake and risk of type 2 diabetes: a meta-analysis of prospective cohort studies.
In: Clinical Nutrition Vol. 33, Nr. 1, 2014, S. 59-63.

Jyrki K. Virtanen et al., Serum Omega-3 Polyunsaturated Fatty Acids and Risk of Incident Type 2 Diabetes in Men: The Kuopio Ischemic Heart Disease Risk Factor Study.
In: Diabetes Care Vol. 37, Nr. 1, 2014, S. 189-196.

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