Lutein und Zeaxanthin beeinflussen das Katarakt-Risiko

Eine Meta-Analyse von acht Studien zeigt, dass beide Carotinoide vor allem das Risiko für den grauen Star im Linsenkern beeinflussen können.

Weltweit ist der graue Star (Katarakt) einer der Hauptgründe für starke Sehbehinderungen und Blindheit. Das Krankheitsrisiko nimmt dabei mit dem steigendem Alter zu. Typisch ist dabei die Bewölkung oder Eintrübung der Augenlinse, was die Lichtpassage hemmt. Die Möglichkeiten der Therapie sind heute deutlich verbessert, aber man sucht parallel weiter nach präventiven Maßnahmen, um die Krankheitsfälle zu verringern. Zur Entstehung des Katarakts tragen vermutlich oxidative Schäden bei.

Die Carotinoide Lutein und Zeaxanthin sind in der Linse konzentriert, wo sie photochemische Schäden durch UV-Licht mildern können. Sie schützen außerdem die Linse durch das Abfangen von freien Radikalen. Damit liegt die Vermutung nahe, dass beide Carotinoide eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung vor dem grauen Star spielen könnten. Bisherige Studien wiesen mal den Einfluss von einer guten Versorgung mit Lutein und Zeaxanthin nach, bei einigen gelang dieser Nachweis jedoch nicht oder war unzureichend. Nun wurden in einer Meta-Analyse geeignete Studien ausgewertet, die bis April 2013 veröffentlicht waren.

Einbezogen wurden acht beobachtende Studien aus den USA, Europa und Indien. Es zeigten sich deutliche Beziehungen zwischen dem Kernkatarakt und den Lutein- und Zeaxanthin-Werten im Blut. Bei guter Versorgung mit Zeaxanthin betrug die Risikominderung für den Katarakt 33 Prozent und bei Lutein 23 Prozent. In den drei europäischen Studien war die Beziehung für Zeaxanthin noch etwas stärker ausgeprägt. Beide Carotinoide beeinflussten auch das Risiko vom Rinden- und hinteren (subkapsulären) Katarakt, jedoch nicht signifikant.

Auch wenn die Funktionen von Lutein und Zeaxanthin noch nicht restlos geklärt sind, wird die risikosenkende Wirkung vor allem auf ihre antioxidativen Funktionen und ihre Fähigkeit, Blaulicht zu filtern, zurückgeführt. Gerade der Linsenkern wird mit zunehmendem Alter schlechter mit Glutathion (antioxidatives Tripeptid) versorgt und macht ihn anfälliger für oxidative Schäden. Das könnte erklären, warum hohe Lutein- und Zeaxanthin-Werte im Blut signifikant mit einem geringeren Kernkatarakt-Risiko verbunden sein können. In anderen Linsenregionen ist diese Beziehung noch nicht so deutlich nachgewiesen. Die Mediziner empfehlen, Lutein und Zeaxanthin und ihre Wirkungen auf den Katarakt weiter zu untersuchen.

Quelle
Xiao-Hong Liu et al., Association between Lutein and Zeaxanthin Status and the Risk of Cataract: A Meta-Analysis.
In: nutrients Nr. 6, 2014, 452-465, doi: 10.3390/nu6010452.

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