Vitamine und Mineralstoffe können das Katarakt-Risiko senken

Eine Meta-Analyse zeigt, dass das Risiko für den grauen Star durch langfristige Einnahmen von Multi-Nährstoffen verringert werden kann.

Da oxidativer Stress ein wichtiger Faktor in der Entstehung des altersabhängigen grauen Stars ist, werden antioxidative Vitaminergänzungen als eine Strategie zur Verringerung des Katarakt-Risikos empfohlen. Doch bisher waren zum Beispiel die Studienergebnisse über die Beziehungen zwischen den Vitaminen A, C und E und dem grauen Star nicht immer einheitlich.

Ein chinesisches Forscherteam untersuchte daher den aktuellen Stand zur Wirkung von Multivitamin-/Mineralstoff-Ergänzungen in Bezug auf das Katarakt-Risiko. Die Mediziner suchten im September 2013 in den einschlägigen Datenbanken nach relevanten Studien für eine Meta-Analyse. Einbezogen wurden schließlich 12 prospektive Bevölkerungsstudien (Kohorten) und zwei randomisierte kontrollierte Studien aus den USA, Schweden, Australien und China. Eingenommen wurden verschiedene Multi-Präparate, daher untersuchte die Studie nicht den Einfluss einzelner Substanzen. Die Auswertung der zwölf Beobachtungen zeigte, dass die Einnahme von Multivitaminen und Mineralstoffen über einen langen Zeitraum (von fünf bis zu mehr als zehn Jahren) das Risiko für den Kern- und den kortikalen Katarakt signifikant senken kann.

Die Risikominderung lag beim am häufigsten vorkommenden Kernkatarakt bei 20 bis zu 43 Prozent im Vergleich zu Teilnehmern, die keine Nahrungsergänzungen einnahmen. Auch die beiden kontrollierten, randomisierten Studien zeigten, dass Vitamine und Mineralstoffe das Risiko fúr den Kernkatarakt verringern. Im Vergleich zur Einnahme eines Placebos sank das Risiko für den Kernkatarakt in einer US-amerikanischen Studie um 34 Prozent, wenn die Nahrungsergänzungen neun Jahre lang eingenommen wurden. Eine chinesische Studie kam nach fünf Jahren mit Nahrungsergänzungen beim Kernkatarakt sogar zu einer Risikominderung von 43 Prozent bei Teilnehmern ab 65 Jahren. Bei jüngeren Teilnehmern ab 45 Jahren zeigten sich dagegen keine signifikanten Ergebnisse. Auch für den kortikalen Katarakt konnten die Risiken gesenkt werden, wenn auch weniger deutlich ausgeprägt.

Für die Forscher gibt es damit genügend Nachweise, die Einnahme von Nahrungsergänzungen zu unterstützen, um das Kataraktrisiko zu senken. Das gilt vor allem für den Katarakt im Linsenkern, vermutlich auch für den kortikalen Katarakt. Mit steigender Dauer der Einnahme von Vitaminen und Mineralstoffen kann sich die Risikominderung weiter verstärken, das ist vor allem bei Menschen im höheren Alter zu beobachten. Da der altersabhängige graue Star sich über viele Jahre entwickelt, sollten in Zukunft kontrollierte Anwendungsstudien über längere Zeiten durchgeführt werden.

Quelle
Li-Quan Zhao et al., The Effect of Multivitamin/Mineral Supplements on Age-Related Cataracts: A Systematic Review and Meta-Analysis.
In Nutrients 6, 2014, S. 931-949, doi: 10.3390/nu6030931.

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