Grüntee-Extrakte kann bei Krebs unterstützen

Ein Review zeigt, dass die Catechine aus dem grünen Tee, vor allem EGCG, Krebstherapien verbessern und Nebenwirkungen verringern können.

Vom grünen Tee sind durch die reichlich enthaltenen Polyphenole viele gesundheitlich vorteilhafte Wirkungen bekannt. Das gilt vor allem für die Catechine und darunter besonders für das Epigallocatechingallat (EGCG). Seine positiven Wirkungen werden auf starke antientzündliche und antioxidative Fähigkeiten zurückgeführt. Schon seit langem versucht man, diese Eigenschaften auch im Rahmen der begleitenden Krebstherapie zu nutzen.

Grüntee-Extrakte können Chemo- und Radiotherapien unterstützen, die Wirkung von Krebsmedikamenten verbessern und ihre oft schweren Nebenwirkungen verringern. In einem Review wertete eine Gruppe von schweizer Medizinern neuere Studien zum grünen Tee und speziell von EGCG bei Krebs mit den bisher bekannten additiven und synergistischen Wirkungen aus. Viele Untersuchungen sind experimentell und präklinisch, noch fehlt es an klinischen Studien. Nach der Auswertung zeigte sich, dass EGCG antikanzeröse Wirkungen entfalten und als Sensibilisator für Chemo- und Radiotherpien wirken kann, wenn es begleitend angewendet wird. Dabei könnten Medikamente in ihrer Dosis eventuell verringert werden, durch weniger Nebenwirkungen könnten die Therapien auch zuverlässiger durchgeführt werden.

EGCG verringerte beispielsweise gastroinestinale Störungen bei Chemotherapien, schützte die Lymphozyten bei Strahlentherapie, wirkte sich besser auf hämatologische Parameter aus und konnte zur Vorbeugung von sekundären Tumoren beitragen. Äußerlich angewendet konnte grüner Tee außerdem die Haut bei Strahlentherapien besser schützen. Die Auswertung zeigte aber auch, dass zwischen Krebsmedikamenten und EGCG teilweise Interaktionen möglich sind, die unerwünscht sind. EGCG sollte daher in Zukunft stärker klinisch untersucht werden, um die kombinierte Anwendung, abhängig von den jeweiligen Krebstherapien sowie von Krebsarten und -stadien, wirksamer und sicherer zu gestalten. Dazu gehört selbstverständlich auch, dass EGCG bei Krebspatienten nur in Abstimmung mit den behandelnden Ärzten angewendet werden sollte.

Quelle:
Elena Lecumberri et al., Green tea polyphenol epigallocatechin-3-gallate (EGCG) as adjuvant in cancer therapy.
In: Clinical Nutrition Vol. 32, Nr. 6, 2013, S. 894-903.


zurück zur Übersicht
Als registrierter/angemeldeter Benutzer erhalten Sie zusätzlich Empfehlungen und Informationen unserer Redaktion.