Unterversorgung mit Eisen bei Kindern vermeiden

Eisenergänzungen bei anämischen Kindern verbessern die kognitiven Leistungen.

Eisen ist für viele Vorgänge im Körper notwendig, z.B. für metabolische Prozesse, die DNA-Synthese und die Funktionen des Immunsystems. Es ist auch für das Hämoglobin und verschiedene Enzyme wichtig. Der Eisenmangel ist nach wie vor ein recht weit verbreitetes Problem bei der Versorgung mit Mineralstoffen und Spurenelementen. Die Ursache kann eine zu geringe Aufnahme von Eisen aus der Nahrung oder die verringerte Absorption sein. Auch durch Blutungen und chronisch entzündliche Darmkrankheiten kann Eisen verringert werden.

Frauen sind häufiger betroffen als Männer, aber auch Kinder sind oft schon mit Eisen unterversorgt. Fehlt Eisen im Körper, kann dies u.a. zu Schwächen im Immunsystem sowie zu verringerten körperlichen und geistigen Leistungsen beitragen. Bei stärkerem Eisenmangel kann die Anämie entstehen. Einige deutsche Ernährungsstudien (GRETA, ESKIMO) stellten z.B. fest, dass die Eisenversorgung bei kleinen und größeren Kindern sowie bei Jugendlichen häufig unter den täglich empfohlenen Werten liegt. In einer weiteren Studie (KIGGS) fand man bei 7 Prozent der Kinder im Alter von ein bis zu 17 Jahren eine Anämie. Sie war am häufigsten bei Kleinkindern im Alter von ein bis zu zwei Jahren und bei Kindern aus Migrantenfamilien vorhanden. Weltweit schätzt man sogar, dass annähernd 25 Prozent von Kindern im Schulalter anämisch sind, häufig ist Eisenmangel die Ursache.

Diese Ergebnisse werden durch eine neue Meta-Analyse von 32 Studien, die australische Mediziner durchführten, bestätigt. Es wurden die Daten von rund 7.100 anämischen Kindern im Alter von 5 bis zu 12 Jahren ausgewertet. Sie nahmen an verschiedenen Untersuchungen zum Einfluss von Eisenergänzungen auf die körperlichen und mentalen Leistungen teil. Kinder, die Eisenergänzungen erhalten hatten, konnten nicht nur ihren  Eisenmangel (zu 79 Prozent) und ihre Anämie (um rund 50 Prozent) senken. Sie schnitten auch in kognitiven Tests besser ab, erreichten höhere IQ-Werte und waren allgemein aufmerksamer und konzentrierter als Kinder, bei denen Eisen nicht ergänzt wurde. Mit den Eisengaben erreichten die Kinder außerdem ein etwas größeres Wachstum und ein für ihr Alter besseres Gewicht.

Quelle:
M. Low et al., Effects of daily iron supplementation in primary-school-aged-children: systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials.
In: CMAJ (Canadian Medical Association Journal) Vol. 185, Nr. 17, 2013, S. E791-E802, doi: 10.1503/cmaj.130628.


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