Polyphenole senken das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten

Polyphenole scheinen ein unabhängiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Krankheiten zu sein. Die gute Versorgung mit den Pflanzenstoffen senkt das Risiko um 46 Prozent.

Aus früheren Studien ist bekannt, dass Polyphenole (Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe) und ihre Metaboliten den Blutdruck senken können. Auch typische Marker, die Oxidation und Entzündungen anzeigen, verringern sich. Doch es gab auch uneinheitliche Ergebnisse. Neue Auswertungen der spanischen PREDIMED-Studie unterstützen nun die positive Wirkung der Polyphenole. Aus den Daten der knapp 7.200 Teilnehmer ermittelte man die Polyphenol-Aufnahme und setzte sie zu den Vorkommen von Herz-Kreislauf-Krankheiten und Schlaganfällen in Beziehung.

Im Lauf der über vierjährigen Beobachtungszeit traten in der Studiengruppe 273 Fälle von Herz-Kreislauf-Krankheiten auf. Bei der höchsten Einnahme von Polyphenolen (im Durchschnitt mehr als 1,1 mg täglich) sank das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten um 46 Prozent im Vergleich zu Teilnehmern mit nur geringer Aufnahme (im Durchschnitt 562 mg täglich). Zusätzlich wurde das Risikoprofil für einige Untergruppen der Polyphenole bestimmt. Den stärksten Effekt hatten Flavanole, die bei höchster Aufnahme das Risiko um 60 Prozent senken konnten. Zu ihnen gehören u.a. die Proanthocyanidine und Catechine. Aber auch Lignane und die Hydroxybenzoesäure konnten das Risiko deutlich verringern.

Die Mediziner gehen davon aus, dass die Aufnahme von Polyphenolen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ein unabhängiger Risikofaktor ist. Sie können bei guten Werten das Endothel schützen und endotheliale Dysfunktionen verbessern. Das geschieht vermutlich durch das Coenzym NADPH bzw. die Erhöhung der antioxidativen Enzym-Aktivität, antientzündliche Wirkungen, die Bioverfügbarkeit von Stickoxid und durch die Hermmung von LDL, das so genannte schlechte Cholesterin. Die Autoren empfehlen, die schützenden Wirkungen von Polyphenolen auf Herz-Kreislauf-Krankheiten näher zu untersuchen, um geeignete Ernährungs-Empfehlungen und wünschenswerte Minimalwerte für die Aufnahme zu ermitteln.

Quelle
A. Tresserra-Rimbau et al., Inverse association between habitual polyphenol intake and incidence of cardiovascular events in the PREDIMED study.
In: Nutrition, Metabolism and Cardiovascular Disease, Online-Veröffentlichung vom 18.2.2014, doi: 10.1016/j.numecd.2013.12.014.

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