Säureblocker können Vitamin B12 verringern

Bei häufigem Sodbrennen und Übersäuerung werden oft Säureblocker verordnet. Über lange Zeit eingenommen, erhöhen sie das Risiko für einen Mangel an Vitamin B12.

Vitamin B12 kommt in Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten vor. Eine gesunde bis zu einer ausgewogenen ovo-lakto-vegetarischen Ernährung unterstützt die gute Versorgung mit B12. Rein vegetarische und vegane Ernährungsformen können jedoch zu einer Unterversorgung beitragen. Auch bei älteren Menschen wird oft ein Mangel an Vitamin B12 festgestellt. Wird das Fehlen des Vitamins  nicht bemerkt und ausgeglichen, kann das u.a. zu neurologischen Störungen und zur Anämie führen.

Neben einer zu geringen Nahrungsaufnahme von Vitamin B12 können auch bestimmte Medikamente zur Unterversorgung beitragen. Das gilt laut einer neuen Studie auch für die langfristige Einnahme von Säureblockern (Protonenpumpeninhibitoren, sogenannte PPI, und H2-Antagonisten), die oft bei Refluxkrankheit verordnet werden. Zu den typischen Beschwerden gehören Sodbrennen und das Gefühl der Übersäuerung.

Eine große Analyse elektronischer Krankenakten aus den USA stellte bei knapp 26.000 Versicherten in der Zeit von 1997 bis 2011 einen Mangel an Vitamin B12 fest. Rund 16 Prozent hatten  mehr als zwei Jahre lang Säureblocker (12 Prozent PPI, 3,2 Prozent H2-Blocker) erhalten. Eine vergleichende Analyse bei rund 185.000 Personen ohne einen Mangel an Vitamin B12 zeigte, dass von ihnen nur rund 10 Prozent längerfristig Säureblocker erhalten hatten. Die Verordnung von PPIs erhöhte das Risiko für einen Mangel an Vitamin B12 um 65 Prozent, H2-Blocker erhöhten es weniger stark, aber immerhin noch um 25 Prozent.

Die Beziehung zwischen den beiden Medikamenten und dem B12-Mangel stieg mit der Dosis und Dauer der Einnahme an. Das Risiko war außerdem bei jüngeren Altersgruppen und Frauen etwas stärker erhöht. Dagegen war die Beziehung bei Patienten, bei denen die Verordnung mehr als drei Jahre zurücklag, abgeschwächt. Die Mediziner empfehlen, bei der langfristigen Anwendung von Säureblockern die Dosis so gering wie möglich zu halten und die Vitamin B12-Spiegel zu beobachten.

Die Ergänzung von Vitamin B12 kann Mangelzustände ausgleichen. Daneben sollte nicht vergessen werden, dass es bei der Refluxkrankheit naturheilkundliche Alternativen gibt. Die Resorption von Vitamin B12 aus der Nahrung erfolgt im Dünndarm und ist an den Intrinsic-Faktor gebunden. Er wird von Magenzellen gebildet, die auch die Magensäure freisetzen. Sie erleichtert die Freisetzung von Nahrungsproteinen und fördert auch die Aufnahme von Vitamin B12. Daher kann beispielsweise die Ergänzung von HCl-Präparaten in Kombination mit dem natürlichen Schutzaufbau der Schleimhäute die Situation bei einer Refluxkrankheit oft verbessern.

Quelle
Jameson R. Lam et al., Proton Pump Inhibitor and Histamine 2 Receptor Antagonist Use and Vitamin B12 Deficiency.
In: JAMA Vol. 310, Nr. 22, 2013, S. 2435-2442, doi: 10.1001/jama.2013.280490

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