Jodversorgung: In vielen Fällen noch immer zu gering

Auch wenn Deutschland kein Jodmangelgebiet mehr ist, sind viele Menschen mit diesem Spurenelement noch immer nicht ausreichend versorgt.

Offiziell gehört Deutschland heute nicht mehr zu den Jodmangelgebieten. Das bedeutet jedoch noch längst nicht, dass die Bundesbürger ausreichend mit Jod versorgt sind. Viele Menschen nehmen noch immer zu wenig Jod mit der Nahrung auf. Und nach wie vor sind Jodmangelstrumen und knotige Veränderungen der Schilddrüse durch eine unzureichende Jodversorgung weit verbreitet.

Geschätzt wird, dass solche Veränderungen bei etwa jedem dritten Deutschen zu finden sind, wobei die Zahl der Betroffenen bei über 65-Jährigen noch zunimmt. Nicht immer sind solche Veränderungen mit einer Funktionsstörung der Schilddrüse verbunden, die eine Therapie nötig machen. Aber Mediziner schätzen die Zahl der Menschen, die eine Behandlung benötigen, mit mehr als 20 Millionen Menschen in Deutschland als sehr hoch ein. Und sie beobachten mit Sorge den Trend, dass die Jodversorgung in der Bevölkerung in den letzten Jahren wieder geringer wird.

Vor allem schwangere und stillende Frauen sollten auf eine ausreichende Jodzufuhr durch Supplemente achten. Sie haben einen erhöhten Bedarf (250 bis 300 mcg Jod pro Tag), der aus der Ernährung nicht zu decken ist. Generell wird Jod in Deutschland mit dem Fischverzehr meist nicht in genügender Menge aufgenommen. Daher kann dem Salz und einigen Lebensmitteln Jod in geringer Menge zugesetzt werden. Viele Menschen sparen jedoch inzwischen am Salz, um das Risiko für den Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Krankheiten und Schlaganfälle zu verringern. Das kann aber die Jodversorgung verringern, beide Maβnahmen sollten ausgeglichen sein.

Immer wieder gibt es dazu in der Bevölkerung auch Ängste, durch die Aufnahme von zuviel Jodid die Gesundheit zu beeinträchtigen. Mediziner halten solche Ängste für unbegründet, weil die aufgenommenen Joddosen aus der Ernährung und aus Supplementen viel zu niedrig sind, um die Gesundheit zu beeinträchtigen. Weitaus stärker ist dagegen das Risiko, durch eine zu geringe Jodversorgung die Entwicklung von Schilddrüsenkrankheiten zu fördern.

Quelle
hil/aerzteblatt.de, Endokrinologen betonen Bedeutung der Jod-Prophylaxe.
In: www.aerzteblatt.de vom 3.4.2014
und
Peter Leiner, Jodversorgung. Viel zu früh für endgültige Entwarnung.
In: Ärzte-Zeitung vom 12.3.2014.

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