Die Versorgung mit Vitamin D

Vielen Schwangeren fehlt Vitamin D

Bei 261 Schwangeren und 381 Neugeborenen wurden vom Dezember 2010 bis Februar 2012 die Vitamin D-Spiegel im Blut bestimmt. Im Winter lag die Konzentration bei 98 Prozent der Frauen und bei 94 Prozent der Neugeborenen unter 50 nmol/l (Nanomol pro Liter), die als Grenzwert für einen Mangel gelten. Im Sommer war die Versorgung mit Vitamin D durch den Aufenthalt in der Sonne allgemein besser. Aber noch immer waren 49 Prozent der Frauen und 39 Prozent der Neugeborenen mit Vitamin D unterversorgt. Die Mediziner empfehlen, schwangere Frauen routinemäßig auf die Versorgung mit Vitamin D zu untersuchen. Bei unzureichenden Werten sollten sie Vitamin D-Präparate einnehmen. Für die Wintermonate wird allen Schwangeren die Ergänzung von Vitamin D empfohlen.

Quelle
C. Wuertz et al, Cross-sectional study of factors that influence the 25-hydroxyvitamin D status in pregnant women and in cord blood in Germany. In: British Journal of Nutrition Vol. 110, Nr. 10, 2'13, S. 1895-1902.

Frauen in der Menopause: mehr Vitamin D aus der Nahrung
Bei 3.345 Frauen von 50 bis zu 79 Jahren wurden 1993 bis 1998 die Gesundheit, der Lebensstil und die Versorgung mit Vitamin D aus der Nahrung und Nahrungsergänzungsmitteln bestimmt. Weiter wurden ihre Krankheiten, eingenommene Medikamente und der Aufenthalt in der Sonne untersucht. Im Lauf der vierjährigen Studienzeit zeigte sich, dass bei vielen Frauen nicht der Aufenthalt in der Sonne, sondern die Aufnahme von Vitamin D aus der Nahrung die Hauptquelle ihrer Versorgung war. Die Mediziner empfehlen, die Aufnahme von Vitamin D vor allem bei Frauen zu fördern, die sich wenig in der Sonne aufhalten.

Quelle
Ting-Yuan David Cheng et al., Vitamin D Intake Determines Vitamin D Status of Postmenopausal Women, Particularly Those with Limited Sun Exposure. In: Journal of Nutrition Vol. 144, Nr. 5, 2014, S. 681-689.

Defizite an Vitamin D weltweit verbreitet
Ausgewertet wurden weltweit 107 Reviews, 74 Meta-Analysen von Beobachtungsstudien zu Vitamin-D-Konzentrationen im Blut, dazu 87 Meta-Analysen von Studien mit Vitamin D-Ergänzungen. Einbezogen waren 168.000 Teilnehmer in 44 Ländern. In etwas mehr als einem Drittel der Studien fand man bei den Mittelwerten eine unzureichende Versorgung mit Vitamin D. Besonders Neugeborene und ältere Menschen, die in Heimen leben, haben ein höheres Risiko für eine zu geringe Versorgung.

Quelle
Evropi Theodoratou et al., Vitamin D and multiple health outcomes: umbrella review of systematic reviews and meta-analyses of observational studies and randomised trials. In: British Medical Journal, Veröffentlichung vom 1.4.2014, doi: http://dx.doi.org/10.1136/bmj.g2035.

Mehr Vitamin D: bessere Lebensperspektiven
In einer Metaanalyse wurden acht prospektive und langjährige Bevölkerungsstudien aus Europa und den USA ausgewertet. Daran nahmen rund 26.000 Männer und Frauen von 50 bis 79 Jahren teil, deren Vitamin D-Werte im Blut bestimmt wurden. Diese Daten wurden zu rund 4.850 Todesfällen (durch Herz-Kreislauf-Krankheiten und Krebs) im Lauf der Studienzeiten in Beziehung gesetzt. Trotz der Unterschiede in der Vitamin D-Versorgung (nach Region, Geschlecht und Jahreszeiten) blieb die Beziehung zwischen den Vitamin D-Werten und dem Sterblichkeitsrisiko signifikant. Teilnehmer mit höheren Vitamin D-Werten hatten deutlich bessere Lebensperspektiven.

Quelle
Ben Schöttker et al., Vitamin D and mortality: meta-analysis of individual participant data from a large consortium of cohort studies from Europa and the United States. In: British Medical Journal, Online-Veröffentlichung vom 17.6.2014. 

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