Chondroschutz für Knie-Arthrosen unter der Lupe

Eine Meta-Analyse bestätigt den Chondroschutz für Chondroitin- und Glucosaminsulfat.

Beim erhöhten Risiko für eine Gonarthrose (Knie-Arthrose) oder bei bereits vorhandenem Verschleiß wollen viele Betroffene mit nicht-operativen Maßnahmen den Gelenkknorpel schützen, um den Krankheitsverlauf zu verzögern. Es werden verschiedene Medikamente und Nahrungsergänzungen diskutiert und empfohlen, die den Gelenkknorpel strukturell beeinflussen könnten. US-Orthopäden untersuchten in einer Meta-Analyse, welche Substanzen über längere Zeit hinweg einen Chondroschutz bieten können.

13 Studien erfüllten ihren qualitativen Standard. Sie wurden mindestens ein Jahr lang randomisiert, kontrolliert durchgeführt und mit einem Placebo verglichen. Deshalb konnten einige Substanzen nicht bewertet werden, weil solche Studien für sie nicht vorlagen. Das betraf u.a. ungesättigte Fettsäuren, SAM (S-Adenosyl-Methionin), MSM (Methylsulfonylmethan) und Vitamin C. Für Vitamin D und E gab es jeweils eine Studie, in denen eine den Knorpel strukturell beeinflussende Wirkung nicht belegt wurde. Auch nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), die als Medikamente häufig bei Arthrosen verordnet werden, konnten in vier Studien die Gonarthrose nicht verbessern.

Noch unklar ist für die Forscher, ob Injektionen mit Hyaluronsäure in das Kniegelenk eine Wirkung zeigen. Die Ergebnisse von drei Studien waren nicht einheitlich. Möglicherweise kann jedoch hochmolekulare Hyaluronsäure den Knie-Gelenkknorpel in gewissem Maße beeinflussen.
Ein deutlich nachgewiesener Nutzen für die Gonarthrose konnte für zwei Substanzen, Chondroitinsulfat und Glucosamin, bestätigt werden. Chondroitinsulfat wurde in vier Studien, die im Durchschnitt fast zwei Jahre lang durchgeführt wurden, untersucht. In drei Studien hatte sich mit der täglichen Einnahme der Gelenkspalt signifikant weniger verengt als unter dem Placebo. Glucosamin wurde in drei Studien untersucht, die im Durchschnitt rund zweieinhalb Jahre durchgeführt wurden. Vermutlich kommt es hier bei der Wirkung auf die Formel an.

Glucosamin-HCL war nicht erfolgreich, während sich mit Glucosaminsulfat eine positive Wirkung zeigte. Mit der Sulfatform verengte sich der Gelenkspalt im Vergleich zum Placebo weniger. Die Mediziner schließen aus diesen Ergebnissen, dass sich mit langfristigen Einnahmen von Glucosamin- und Chondroitinsulfat das Fortschreiten einer Gonarthrose in geringem Maß, jedoch signifikant, verzögern kann. Sie empfehlen betroffenen Patienten, einmal täglich 800 mg Chondroitinsulfat und 1.500 mg Glucosaminsulfat einzunehmen.

Quelle
Brian Gallagher et al., Chondroprotection and the Prevention of Osteoarthritis Progression of the Knee. A Systematic Review of Treatment Agents. In: The American Journal of Sports Medicine Online-Veröffentlichung vom 27.5.2014, doi: 10. 1177/0363546514533777.

zurück zur Übersicht
Als registrierter/angemeldeter Benutzer erhalten Sie zusätzlich Empfehlungen und Informationen unserer Redaktion.