Bei starker Menstruationsblutung auf Eisen achten

Eisenmangel und Anämien werden häufig bei von Menorrhagie betroffenen Frauen übersehen, wie eine finnische Studie zeigt.

Bei anhaltend schweren Menstruationsblutungen (Menorrhagie) können sich die Eisenvorräte im Körper deutlich verringern. Das kann die Bildung von Hämoglobin beeinträchtigen und zur Anämie führen. Bei den betroffenen Frauen ist daher die Bestimmung und Behebung eines Eisenmangels sehr wichtig, um ihre Lebensqualität zu verbessern. Die mangelnden Eisenvorräte können körperliche Leistungen, kognitive Funktionen und Stimmungen negativ beeinflussen.

In einer finnischen Studie wurden 236 Frauen im Alter von 35 bis zu 49 Jahren wegen einer schweren Menorrhagie in Universitäts-Krankenhäusern mit zwei unterschiedlichen Therapie-Maßnahmen behandelt. Bei allen Frauen wurde außerdem die Versorgung mit Eisen untersucht, und sie gaben Auskunft über ihre Lebensqualität.

Abhängig von ihren Hämoglobin-Werten wurden die Frauen in zwei Gruppen eingeteilt. 63 Frauen (27 Prozent) wurden als anämisch (Hämoglobin unter 120 g/L) eingestuft. Für die Mediziner war es dabei sehr überraschend, dass nur 8 Prozent der Frauen vorher Eisenergänzungen eingenommen hatten. 140 Frauen (60 Prozent) wurden zwar als nicht-anämisch eingestuft, sie hatten aber einen stärkeren Eisenmangel mit zu geringen Ferritinwerten (unter 15 µg/L). Ein Jahr nach der Menorrhagie-Therapie hatten sich die Hämoglobin-Werte in beiden Gruppen verbessert. Bei den anfangs anämischen Frauen waren die Werte jedoch weiterhin etwas geringer im Vergleich zu den vorher nicht-anämischen Frauen. Vor allem die anämischen Frauen berichteten über eine in einigen Dingen verbesserte Lebensqualität. Sie verspürten mehr Energie, hatten bessere physische und soziale Funktionen, außerdem waren ihre Angst- und Depressions-Zustände verringert.

Viele Ärzte nehmen an, dass nach der Therapie der Menstruationsbeschwerden sich der Eisenmangel von selbst korrigiert. In dieser Studie zeigte sich, dass dies ohne ergänztes Eisen sehr lange dauern kann. Erst nach fünf Jahren war das Ferritin auf Normalwerte angestiegen. Die Forscher empfehlen deshalb, dass bei Frauen mit schwerer Menorrhagie die Eisenversorgung untersucht werden sollte. Bei Unterversorgung oder gar Mangel sollten Eisenergänzungen ein Teil der üblichen Behandlungen sein.

Quelle
Pirkko Peuranpäa et al., Effects of anemia and iron deficiency on quality of life in women with heavy menstrual bleeding.
In: ACTA Obstetricia et Gynecologica Scancinavia Vol. 93, Nr. 7, 2014, S. 654-660.


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