Kalzium und Parodontose

Bei einer guten Versorgung mit Kalzium hatten junge japanische Frauen weniger Parodontose.  

Die Parodontose ist eine chronische Zahnkrankheit, bei der sich die Halterung der Zähne lockert. Im Zahnfleisch bilden sich Taschen, und auch der Alveolarknochen, der zum Zahnhalteapparat gehört, wird abgebaut. Zur Parodontose tragen komplexe Beziehungen bei, dazu gehören u.a. die Bakterienbesiedelung der Mundhöhle, die Mundhygiene, besonders in den Zahnzwischenräumen, und Umweltfaktoren. Auch die Ernährung mit den darin enthaltenen Nährstoffen spielt bei der Entwicklung der Parodontose eine Rolle, doch dafür gibt es bisher wenige und teils widersprüchliche Nachweise.

Kalzium beeinflusst die Knochengesundheit, die Knochenbildung und -mineraldichte, das betrifft selbstverständlich auch den Alveolarknochen. Doch auch hier sind die bisherigen Erkenntnisse über die Beziehung zwischen Kalzium und Parodontose nicht einheitlich. Bekannt ist, dass erhöhte Kalziumaufnahmen vor Knochenverlust schützen können, weil Kalzium die Bildung von Parathormon unterdrücken kann, was zur Knochenresorption beiträgt.

Japanische Zahnmediziner untersuchten in einer Studie an jüngeren Frauen, wie Kalzium das Vorkommen der Parodontose beeinflusst. 1.162 Frauen mit einem durchschnittlichen Alter von rund 32 Jahren nahmen daran teil. Die Frauen wurden im Lauf einer Schwangerschaft über ihre Ernährung befragt. Aus diesen Angaben berechnete man ihre jeweilige Kalziumzufuhr. In den Monaten nach der Geburt ihrer Kinder wurden die Frauen dann zahnmedizinisch untersucht. Hatte eine Frau mindestens einen Zahn mit einer Taschentiefe von 4 Millimetern oder darüber, wurde dies als Parodontose-Erkrankung gewertet. Bei rund 11 Prozent der Frauen stellte man eine Parodontose fest.

Abhängig von ihrer Kalziumzufuhr wurden die Frauen in vier Gruppen, von niedrigem bis zu einem sehr hohen Konsum, eingeteilt. Im Vergleich zu Frauen mit nur geringen Aufnahmen hatten die Frauen mit den besten Kalziumwerten deutlich geringere Vorkommen von Parodontose. Auch wenn noch vieles an der Beziehung zwischen Kalzium und Parodontose zu klären ist, so zeichnet sich ab, dass eine gute Versorgung mit Kalzium sich auch gut auf die Parodontose auswirken kann.
 
Quelle
Keiko Tanaka et al., Calcium intake is associated with decreased prevalence of periodontal disease in young Japanese women.
In: Nutrition Journal Vol. 13, 109, 2014, doi: 10.1186/1475-2891-13-109.

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