L-Carnitin kann den antioxidativen Schutz verbessern

Patienten mit koronarer Arterienkrankheit können mit L-Carnitin ihren oxidativen Stress senken und antioxidative Enzyme stärken.

Erhöhter oxidativer Stress kann zur Entwicklung der koronaren Arterienkrankheit (KAK) beitragen. Dabei verengen sich Gefäße, die das Blut zusammen mit den darin enthaltenen Nährstoffen und Sauerstoff zum Herzen transportieren. Das kann schließlich zu Schlag- und Herzanfällen führen. Ergänzungen von Antioxidantien könnten bei betroffenen Patienten dazu beitragen, die Entwicklung und den Verlauf der Krankheit zu verbessern. L-Carnitin ist eine chemische Verbindung, die aus den Aminosäuren Lysin und Methionin synthetisiert wird und für den Energiestoffwechsel essentiell ist.

Es erleichtert u.a. den Abbau der langkettigen Fettsäuren, ist am Stoffwechsel der verzweigt-kettigen Aminosäuren beteiligt und stabilisiert die Zellmembranen. Aus experimentellen Studien geht hervor, dass L-Carnitin auch ein freier Radikalenfänger ist, der antioxidative Enzyme vor Oxidation schützen kann. In einer Studie an Gesunden zeigte sich, dass L-Carnitin die Aktivität von antioxidativen Enzymen stärkte. Das ließ darauf schließen, dass Ergänzungen auch bei chronischen Krankheiten hilfreich sein könnten. In einigen klinischen Studien wurde der schützende Effekt bei Patienten mit ischämischer Herzkrankheit bestätigt. Für die koronare Arterienkrankheit fehlten bisher entsprechende Nachweise.

Taiwanesische Mediziner untersuchten daher in einer kleinen Studie die Wirkung von L-Carnitin auf diese Krankheit. 47 Patienten nahmen daran teil, sie hatten eine Stenose (Verengung) von mindestens 50 Prozent in einer Haupt-Koronararterie. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt, die eine Hälfte nahm für drei Monate zweimal täglich je 500 mg L-Carnitin ein, die andere Hälfte nahm ein Placebo. Vor und nach der Studie wurden bei allen Teilnehmern die Werte von L-Carnitin, dazu ein Biomarker für oxidativen Stress (Malondialdehyd, MDA) und die Aktivitäten von wichtigen antioxidativen Enzymen (Katalase, Superoxiddismutase,  Glutathionperoxidase) gemessen.

39 Teilnehmer blieben bis zum Ende der Studie dabei. Bei Teilnehmern, die L-Carnitin eingenommen hatten, war deren Wert signifikant angestiegen. MDA hatte sich signifikant verringert (-7 Prozent). Die Aktivität der antioxidativen Enzyme hatte sich signifikant verbessert (Katalase +16%, Superoxiddismutase +47%, Glutathionperoxidase +12%). Auch wenn diese Studie nur wenige Teilnehmer hatte und zeitlich begrenzt war, ziehen die Mediziner das Fazit, dass die Ergänzung von L-Carnitin mit 1000 mg täglich bei Patienten mit der koronaren Arterienkrankheit oxidativen Stress senken und antioxidative Enzyme verstärken kann.

Vor allem Patienten mit geringeren Werten von L-Carnitin und erhöhtem oxidativen Stress könnten mit L-Carnitin-Ergänzungen ihren antioxidativen Schutz verbessern.

Quelle
Bor-Jen Lee et al., Effects of L-carnitine supplementation on oxidative stress and antioxidant enzymes activities in patients with coronary artery disease: a randomized, placebo-controlled trial.
In: Nutrition Journal 13:79, 2014, doi: 10.1186/1475-2891-13-79.

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