Vitamin D beeinflusst die Kniearthrose

Die gute Versorgung mit Vitamin D kann den Verlauf der Kniearthrose beeinflussen. Dabei spielt auch das Parathormon eine Rolle.

Die Arthrose am Knie verursacht bei vielen älteren Menschen eine eingeschränkte Beweglichkeit bis zur Invalidität. Vitamin D hat eine Reihe von biologischen Funktionen in den Gelenkstrukturen, daher kann es eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Kniearthrose spielen. Dabei ist eventuell zu berücksichtigen, dass Vitamin D durch das Nebenschilddrüsenhormon (Parathormon, PTH) reguliert wird. Es erhöht den Kalziumgehalt des Blutes, der u.a. vom Vitamin D abhängig ist. Ist im Körper zu wenig Vitamin D vorhanden, sinkt die Kalziumkonzentration im Blut. Das regt die Nebenschilddrüsen an, vermehrt Parathormon zu bilden. Sind aber genügend Kalzium und Vitamin D im Körper vorhanden, dann kann dies die vermehrte Bildung von Parathormon unterbinden.

In einer Studie untersuchten US-amerikanische Mediziner daher, ob die Konzentrationen von Vitamin D (25-Hydroxyvitamin D) und PTH im Blutserum eine Prognose über den Verlauf der Kniearthrose ermöglichen. Bei 418 Patienten, die sich in einem spezialisierten Institut behandeln ließen, wurden Vitamin D und PTH gemessen. Bei allen Teilnehmern wurde die Diagnose der Kniearthrose symptomatisch und durch Röntgenaufnahmen bestätigt. Neben dem Abbau des Gelenkknorpels ist ein verschmälerter Gelenkspalt zwischen dem Oberschenkelknochen und dem Schienbein ein typisches Zeichen der Kniearthrose. Im Durchschnitt hatten die Patienten Serumwerte von 26,2 µ/L Vitamin D, was als geringe Versorgung gilt. Rund 16 Prozent der Teilnehmer hatten mit nur bis zu 15 μg/L 25(OH)D deutlich zu geringe Vitamin D-Werte.

Von der ersten Messung bis zu den nach einigen Monaten wiederholten Untersuchungen verbesserte sich bei 14 Prozent der Arthrose-Patienten der Gelenkspalt im Knie. Teilnehmer, die nur sehr gering mit Vitamin D versorgt waren, hatten ein bis zu zweifach erhöhtes Risiko für eine fortschreitende Kniearthrose im Vergleich zu Patienten mit besseren Vitamin D-Werten. PTH allein beeinflusste die Kniearthrose nicht signifikant. Das änderte sich jedoch, wenn zusätzlich auch die Vitamin D-Versorgung schlecht war. Bei Patienten mit zu geringen D- und zu hohen PTH-Werten verstärkte sich das Risiko für die Verschlechterung der Kniearthrose um das Dreifache. Die Mediziner schließen aus diesen Ergebnissen, dass eine gute Versorgung mit Vitamin D für den Verlauf der Kniearthrose eine wichtige Rolle spielt. Dabei sollten auch die PTH-Werte beachtet werden.

Quelle
Fang Fang Zhang et al., Vitamin D Deficiency Is Associated with Progression of Knee Osteoarthritis.
In: Journal of Nutrition Vol. 144, Nr. 12, 2014, S. 2002-2008, doi: 10.3945/jn.114.193227.

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