B-Vitamine senken das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten

Gesunde Ältere konnten mit den niedrig dosierten B-Vitaminen Folsäure, Vitamin B6 und B12 den Schutz vor Herz-Kreislauf-Krankheiten verbessern.

B-Vitamine sind an Prozessen beteiligt, die der Entstehung von Herz-Kreislauf-Krankheiten vorbeugen können. Das gilt z.B. für die Remethylierung von Homocystein, das Abfangen von Superoxid-Radikalen und/oder ein verbesserter Stoffwechsel von Blut-Lipiden. Davon ausgehend könnten B-Vitamine in einer niedrigen Dosierung bei gesunden älteren Menschen zum Schutz vor Herz-Kreislauf-Krankheiten beitragen. Diese Annahme untersuchten chinesische Mediziner in einer Studie mit 390 Teilnehmern im Alter von 60 bis zu 74 Jahren in einer ländlichen Region Chinas. Sie wurden (randomisiert) in zwei Gruppen eingeteilt.

Eine Gruppe erhielt täglich 50 mg Vitamin C, die zweite Gruppe nahm die gleiche Menge an Vitamin C und zusätzlich drei relativ niedrig dosierte B-Vitamine ein, die für die Herz-Kreislauf-Gesundheit wichtig sind. Damit wurden 400 mg Folsäure, 2 mg Vitamin B6 und 10 mcg Vitamin B12 über ein Jahr lang täglich ergänzt. Bei allen Teilnehmern wurde zu Beginn der Studie die Versorgung mit den B-Vitaminen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten (mit dem Framingham-Risiko-Score) bestimmt. Nur in der B-Vitamin-Gruppe stiegen die Werte für Folat und Vitamin B12 im Plasma nach sechs Monaten deutlich an. Der Einfluss der B-Vitamine auf den Risiko-Score für die Herz-Kreislauf-Gesundheit war zwar nach sechs Monaten noch nicht signifikant, nach 12 Monaten mit einer Verringerung von 7,6 Prozent aber deutlich sichtbar.

Der Effekt war bei den Teilnehmern besonders ausgeprägt, die anfangs mit Folat unterversorgt waren. Ihr Risiko-Score sank mit 11 Prozent noch stärker ab. Mit den B-Vitaminen erhöhte sich nach einem Jahr auch das gute HDL-Cholesterin um 9,2 Prozent. Nachdem die Vitamin-Einnahme nach einem Jahr abgesetzt wurde, fielen die B-Vitamin-Werte im Lauf von sechs Monaten auf ihren Ausgangswert zurück. Auch das HDL verringerte sich, und entsprechend stieg der Risiko-Score für Herz-Kreislauf-Krankheiten wieder an. Nach Ansicht der Mediziner tragen die B-Vitamine vor allem dazu bei, den Lipid-Stoffwechsel zu verbessern.

Die Mediziner schließen aus diesen Ergebnissen, dass die Ergänzung der B-Vitamine bei gesunden älteren Menschen dauerhaft erfolgen sollte, um ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten zu senken. Dabei scheint bei ansonsten Gesunden eine relativ niedrig dosierte Einnahme der B-Vitamine Folsäure, Vitamin B6 und B12 ausreichend zu sein.
 
Quelle
Linlin Wang et al., Low-dose B vitamins supplementation ameliorates cardiovascular risk: a double-blind randomized controlled trial in healthy Chinese elderly.
In: European Journal of Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 11.6.2014, doi: 10.1007/s00394-014-0729-5.


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