Gute Selenwerte verbessern Stimmungen junger Erwachsener

Zu wenig, aber auch zuviel Selen kann negative Stimmungen und depressive Symptome beeinflussen, in einer Studie zeigte sich eine U-förmige Beziehung.

Es gibt Nachweise, dass ein zu geringer und möglicherweise auch ein zu hoher Selenstatus mit depressiven Stimmungen verbunden ist, aber bisher ist diese Beziehung nicht genügend untersucht. Neuseeländische Mediziner prüften die Beziehung von Selen zu den Symptomen von Depressionen. An der Studie nahmen 978 junge Erwachsene im Alter von 17 bis 25 Jahren teil. Bei allen wurde zu Beginn der Studie die Konzentration von Selen im Serum bestimmt. Außerdem wurden ihre depressiven Symptome in einem Test untersucht.

Danach berichteten alle Teilnehmer zwei Wochen lang täglich über ihre positiven oder negativen Stimmungen. Andere Einfluss-Faktoren auf die Stimmungslage wurden in die Analyse einbezogen, darunter waren u.a. Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index, Rauchen, Alkoholkonsum und der sozio-ökonomische Status. Bei den Teilnehmern fanden sich niedrige Werte bis zu sehr hohen Selenwerten, die von 49 bis zu 450 mcg/l reichten. Zwischen Selen, depressiven Symptomen und negativen Stimmungen zeigte sich eine U-förmige Beziehung. Bei den Teilnehmern mit einer geringen Selen-Konzentration und, etwas weniger ausgeprägt, auch bei denen mit einer hohen Selen-Konzentration zeigten sich signifikant mehr depressive Symptome oder negative Stimmungen als bei Teilnehmern mit Selenwerten im optimalen Bereich (81 bis 86 mcg/l). Bei den positiven Stimmungslagen zeigte sich ebenfalls eine U-förmige Beziehung, allerdings nicht so ausgeprägt wie bei den depressiven Symptomen und negativen Stimmungen.

Die Forscher ziehen das Fazit, dass junge Erwachsene von einer optimalen Selenversorgung in Bezug auf Depressionen und negative Stimmungen profitieren. Bei optimalen Selenwerten ist das antioxidative Enzym Glutathionperoxidase maximal vorhanden. Es gibt seit längerem Hinweise, dass der oxidative Stress bei Depressionen eine Rolle spielt. In weiteren Forschungen sollten daher die antioxidativen Pfade genauer untersucht werden, mit denen Selen die Stimmungen beeinflussen kann.

Quelle
Tamlin S. Conner et al., Optimal Serum Selenium Concentrations Are Associated with Lower Depressive Symptoms and Negative Mood among Young Adults.
In: The Journal of Nutrition Vol. 145, Nr. 1, 2015, S.59-65.

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