Mediterrane Ernährung könnte die Lebensdauer mit beeinflussen

Die gesunde mediterrane Kost ist vermutlich mit einer größeren Länge der Telomere verbunden.

Die mediterrane Ernährung gilt seit langem als eine sehr gesunde Kost. Sie nutzt reichlich Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte sowie Nüsse, Getreidewaren, Olivenöl, und Fisch, begleitet vom moderaten (Rot-)Weinkonsum. Milchprodukte und Fleisch werden seltener gegessen, die Aufnahme gesättigter Fettsäuren ist recht gering. Diese Kost liefert einen hohen Gehalt an wichtigen Mineralstoffen, Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen, von denen viele antioxidativ und antientzündlich wirken. Das könnte auch die Länge von Telomeren beeinflussen, DNA-Sequenzen am Ende von (eukaryotischen) Chromosomen.

Sie verkürzen sich bei der Zellteilung, schützen vor dem DNA-Verlust in den Zellkernen und stärken ihre Integrität. Allgemein verkürzen sich die Telomerlängen mit dem Alter, daher gelten sie als Biomarker für Altersprozesse. Der Abbau kann aber individuell, z.B. durch den Lebensstil beeinflusst werden, dazu gehört auch die Ernährung. Außerdem können oxidativer Stress und Entzündungen den Telomerabbau beschleunigen.

In Studien zeigte sich, dass die gute Einhaltung der mediterranen Ernährung gesundheitliche Vorteile bringt. Das gilt für das geringere Vorkommen chronischer Krankheiten, besonders im Herz-Kreislauf-System, damit erhöhen sich die Chancen für ein gesundes Altern. Jetzt untersuchten Mediziner der Harvard Medical School erstmals, ob die mediterrane Kost auch mit längeren Telomeren verbunden ist. Analysiert wurden die Daten von 4.676 gesunden Frauen zwischen 42 und 70 Jahren, die an der seit langem laufenden „Nurses´ Health Study“ teilgenommen hatten. Bei allen wurde die Telomerlänge (in peripheren Blut-Leukozyten) gemessen. Mit einer Ernährungsbefragung wurde bestimmt, ob und in welchem Grad die Frauen die mediterrane Ernährung einhielten oder welche andere Kost sie bevorzugten.

Weitere Einflussfaktoren, z.B. Body-Mass-Index, Rauchen, Körperaktivität und Energiezufuhr wurden in die Analyse einbezogen. Die Studie bestätigte, dass ein konsequenteres Einhalten der mediterranen Ernährung mit längeren Telomeren verbunden war. Die Forscher gaben an, dass die Längendifferenz mit der Einhaltungs-Skala für die mediterrane Ernährung korrespondierte. Ein Punkt mehr entsprach im Durchschnitt einem Vorteil von eineinhalb Jahren im Altersprozess. Drei Punkte mehr korrespondierten entsprechend mit viereinhalb Jahren, ähnlich wie die zeitlichen Unterschiede, die auch bei anderen Gesundheitsfaktoren beobachtet werden. Vergleicht man z.B. Nichtraucher mit Rauchern, so beträgt der Vorteil der Nikotin-Abstinenz 4,6 Jahre, bei körperlich sehr aktiven Frauen im Vergleich zu nur wenig aktiven sind es 4,4 Jahre.

In dieser Studie hatten erwartungsgemäß die jüngeren Frauen längere Telomere, Frauen, die rauchten, kürzere. Die bei uns weit verbreitete westliche Ernährung beeinflusste die Telomerlänge nicht. Bei anderen gesunden Ernährungsweisen zeigte sich ebenfalls eine Beziehung zur Telomerlänge, die jedoch statistisch nicht signifikant war. Frauen, die sich konsequent mit der mediterranen Kost ernährten, hatten die besseren Telomerwerte. Damit bestätigen sich abermals die Gesundheitsvorteile der mediterranen Ernährung.

Quelle
Marta Crous-Bou et al., Mediterranean diet and telomere length in Nurses´ Health Study: population based cohort study.
In: British Medical Journal, Online-Veröffentlichung vom 2.12.2014, doi: http://dx.doi.org/10.1136/bmj.g6843.


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