Vitamin C kann Atmungsprobleme bei Sport und Körperstress verbessern

Bei manchen Sportarten, z.B. im Ausdauersport, treten häufiger Atmungsprobleme auf. Viele Betroffene könnten die Beschwerden mit Vitamin C verringern. 

Vitamin C ist am Stoffwechsel von Histamin, Prostaglandinen und Cysteinyleukotrienen beteiligt. Sie agieren offenbar als Mediatoren bei der Entstehung von Atmungs-Problemen und Verengungen der Bronchien, die durch intensives Sporttraining ausgelöst werden können. Dazu gehören u.a. Husten, keuchender Atem und Kurzatmigkeit. Die Symptome hängen von verschiedenen Bedingungen ab, dazu gehören die jeweilige Sportart, die Trainingsintensität, die Luftfeuchtigkeit und Umgebungstemperatur. Betroffen sind in der Regel vorwiegend Asthmatiker (zu 90 Prozent).

Bei hochaktiven Sportlern, die an Wettbewerben teilnehmen, kommen die Bronchienverengungen jedoch häufiger vor, das gilt besonders für Ausdauer-Sportarten, z.B. Laufen, Wintersport und Schwimmen. Auch oxidativer Stress spielt bei den Symptomen eine Rolle, der von dem antioxidativ wirkenden Vitamin C beeinflusst werden kann. Die gute Versorgung mit Vitamin C in den Lungen könnte davor schützen. Ein finnischer Mediziner untersuchte in einer Meta-Analyse von neun Studien, wie sich Vitamin C auf die Atmungsprobleme bei Sport und Körperstress auswirken. Daran nahmen Sportler mit Atmungs-Symptomen und Bronchien-Verengungen nach dem Training oder nach Wettbewerben bzw. Personen mit starkem körperlichen Stress teil. Sie erhielten verschiedene Dosen von Vitamin C, die von 500 mg bis zu 2 g täglich reichten.

In drei Studien verbesserte sich bei rund der Hälfte der Sportler mit Vitamin C die sogenannte Einsekundenkapazität (FEV1), ein Wert, mit dem die Lungenfunktionen getestet werden. Dabei wird die größtmögliche Luftmenge bestimmt, die innerhalb von einer Sekunde ausgeatmet werden kann. Bei einer kleineren Gruppe von 12 Sportlern mit verengten Bronchien nach dem Training verbesserte sich bei 5 Teilnehmern ein anderer Lungenfunktionswert (FEF60), von dem bisher der Einfluss von Vitamin C unbekannt war. Es wird daher vermutet, dass Vitamin C auch auf die kleinen Atemwege einwirken kann. In den fünf Studien, die kurzfristigen hohen Körperstress untersuchten, konnte Vitamin C das Vorkommen von Atmungsproblemen bei der Hälfte der Teilnehmer senken. Gleiches galt für eine Studie an Schwimmsportlern, auch hier profitierte rund die Hälfte der Teilnehmer mit geringeren Atmungsproblemen.

Dabei waren Einzeldosen von Vitamin C, die direkt vor dem Training eingenommen wurden, in etwa ebenso effektiv wie die regelmäßige Einnahme über zwei Wochen. Die Mediziner erklären dies mit dem schnellen Transfer von Vitamin C in die Atmungsorgane. Auch wenn Vitamin C nicht bei allen Teilnehmern, sondern nur bei rund der Hälfte aller Beteiligten eine Verbesserung der Symptome erreichte, so könnten Betroffene individuell testen, ob Vitamin C bei ihnen eine Verbesserung der Symptome bewirkt.

Quelle
Harri Hemilä, The effect of vitamin C on bronchoconstriction and respiratory symptoms caused by exercise: a review and statistical analysis.
In: Allergy, Asthma & Clinical Immunology, Online-Veröffentlichung vom 7.11.2014, doi: 10.1186/1710-1492-10-58.

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