Glucosamin und Chondroitin - eine Alternative bei Kniearthrose

Die beiden Nährstoffe können bei Kniearthrose Schmerzen, Gelenksteife und funktionelle Störungen verringern. Die Kombination war in einer Studie fast so effektiv wie ein nichtsteroidales Antirheumatika.

Bei Kniearthrose gehören Schmerzmittel und nichtsteroidale Antirheumatika zu den üblichen Therapien. Letztere sind bei Patienten, die zusätzlich Herz-Kreislauf- oder Magen-Darm-Probleme haben, nicht immer empfehlenswert. Dann könnten Chondroitinsulfat und Glucosamin eine Alternative bieten. Nach einem neuen Review der angesehenen „Cochrane Collaboration“ über die Wirkung von Chrondroitinsulfat bei Arthrose ist es an der Zeit, die bisher oft geführte Kontroverse um diesen Nährstoff zu beenden.

Ausgewertet wurden Daten aus 43 klinischen Studien bis Ende 2013, an denen 9.110 Personen mit Arthrose teilgenommen hatten. Sie erhielten Chondroitinsulfat im Vergleich zu einem Placebo oder Medikamenten bzw. Nährstoffen, darunter Glucosamin. Chondroitinsulfat erwies sich in der Anwendung bei Arthrose als sicher und wirksam. Es konnte die Schmerzen moderat lindern, die funktionelle Kapazität verbessern und die Entwicklung der Krankheit leicht verlangsamen. Auch die Kombination von Chondroitinsulfat und Glucosamin erzielte im Vergleich zum Placebo verringerte Schmerzen mit einem statistisch signifikanten Ergebnis.

In diese Meta-Analyse war eine neue (randomisierte, doppelblinde) Studie noch nicht einbezogen. Sie wurde in Frankreich, Deutschland, Polen und Spanien von 2011 bis 2013 in verschiedenen medizinischen Zentren durchgeführt. Daran nahmen 606 meist ältere Patienten mit Kniearthrose und mittleren bis starken Schmerzen teil. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Eine erhielt sechs Monate lang dreimal täglich 400 mg Chrondroitinsulfat zusammen mit 500 mg Glucosamin-HCl. Die andere Gruppe erhielt täglich 200 mg Celecoxib (COX-2-Hemmer), ein nichtsteroidales Antirheumatikum, das u.a. bei degenerativen Gelenkerkrankungen eingesetzt wird und Schmerzen, Entzündungen und Fieber lindern kann.

Bei Schmerzen konnten die Teilnehmer außerdem schmerzstillende Medikamente nach Bedarf einnehmen. Vor Beginn, mehrmals während und am Ende der Studie wurde bei allen Teilnehmern der Grad der Kniearthrose samt der Beschwerden ermittelt (WOMAC und andere Tests). Dazu gehörten die Gelenkfunktionen, Gelenksteife, Schmerzen, Schwellungen, Ansammlung von Flüssigkeit im Gelenk sowie der Konsum von Schmerzmitteln. Die lindernde Wirkung trat mit Celecoxib schneller ein. Die Kombination von Chondroitinsulfat und Glucosamin brauchte einige Wochen länger, bis sich eine ähnliche Wirkung zeigte. Nach sechs Monaten war jedoch die Verringerung der Schmerzen vergleichbar und statistisch signifikant.

Die Schmerzen hatten sich in beiden Gruppen in nahezu gleichem Maß um annähernd 50 Prozent verringert. Bei der Gelenksteife schnitt Celecoxib mit 49,2 Prozent nur wenig besser als die Kombination von Chondroitinsulfat und Glucosamin mit 46,9 Prozent ab. Ähnlich dicht lagen die Werte bei den Gelenkfunktionen beieinander. Sie verbesserten sich mit Chondroitinsulfat und Glucosamin um 45,5 Prozent, mit Celecoxib erreichte man 46,4 Prozent. Auch die anderen Werte für Gelenkschwellungen etc. lagen dicht beieinander.

Die Mediziner halten die Kombination von Chondroitinsulfat und Glucosamin daher für eine Alternative bei der Therapie der Kniearthrose. Besonders bei Patienten, bei denen die Anwendung von nichtsteroidalen Antirheumatika kontraindiziert ist, könnten mit Chondroitinsulfat und Glucosamin zwar etwas langsamer, langfristig jedoch vergleichbare Verbesserungen erreicht werden.

Quelle
Jasvinder A. Singh et al., Chondroitin for osteoarthritis.
In: The Cochrane Library, Online-Veröffentlichung vom 28.1.2015, doi: 10.1002/14651858.CD005614.pub2
und
Marc C. Hochberg et al., Combined chondroitin sulfate and glucosamine for painful knee osteoarthritis: a multicentre, randomised, double-blind, non-inferiority trial versus celecoxib.
In: Annals of the Rheumatic Disease, Online-Veröffentlichung vom 14.1.2015, doi: 10.1136/annrheumdis-2014-206792.

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