Blutspender können von Eisenzufuhren profitieren

Eisen in niedriger Dosierung kann bei regelmäßigen Blutspendern die Hämoglobin-Werte und die Eisenspeicher schneller regenerieren.

Blutspenden sind bei vielen Verletzungen, Krankheiten und Operationen notwendig und können Leben retten. Damit sie immer und schnell vor Ort verfügbar sind, spenden viele Menschen Blut. Dabei geht jeweils einiges an Eisen verloren, das für die Bildung von Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) benötigt wird. Über die natürlichen Eisenvorräte im Körper wird dies in der Regel schnell wieder ausgeglichen. Doch etwa 25 bis 35 Prozent der Blutspender verringern bei der Blutabgabe ihre Eisenvorräte in einem stärkeren Maß. Das kann bei häufigeren Blutspenden zu einem fortschreitenden Eisenverlust und eventuell auch zur Anämie führen.

Bei wiederholten Blutspenden ist es sehr wichtig, dass sich die Hämoglobin-Werte vor der nächsten Blutspende wieder erholt haben. In einer Studie wurde daher geprüft, ob Eisenergänzungen dazu beitragen, dass sich das Hämoglobin und die Eisenspeicher nach einer Blutspende schneller regenerieren. 215 Blutspender (18 bis 79 Jahre) aus vier Blutspendezentren der USA nahmen daran teil. Alle hatten normale Hämoglobin-Werte und in den letzten vier Monaten kein Blut gespendet. Sie wurden randomisiert in zwei Gruppen eingeteilt.

Nach einer Blutspende (500 Milliliter Vollblut) erhielten die Teilnehmer der ersten Gruppe 24 Wochen lang täglich eine Tablette mit Eisenglukonat, damit wurden jeweils 37.5 Milligramm elementares Eisen ergänzt. Die zweite Gruppe nahm in der gleichen Zeit nur ein Placebo ein.

Teilnehmer, die Eisengaben erhalten hatten, erholten sich von der Blutspende deutlich schneller. Bei ihnen verkürzte sich die Zeit der Hämoglobin-Regeneration (Anstieg auf wenigstens 80 Prozent der Ausgangswerte) erheblich. Das galt sowohl für Teilnehmer mit niedrigen als auch mit hohen Ferritin-Werten (Indikator für die Eisenspeicher). In beiden Fällen war die Hämoglobin-Regeneration im Durchschnitt nach rund einem Monat abgeschlossen. Bei hohen Ferritin-Werten dauerte dies ohne Eisengaben im Durchschnitt 78 Tage, bei niedrigen Ferritin-Werten sogar 158 Tage.

Auch die Erholung der Eisenspeicher war mit den Eisenzufuhren deutlich schneller abgeschlossen. Es dauerte im Durchschnitt 76 Tage, bis die Eisenspeicher wieder aufgefüllt waren. Ohne Eisenergänzungen dauerte dies mit wenigstens 168 Tagen deutlich länger. 67 Prozent der Teilnehmer in der Placebo-Gruppe hatten ihre Eisenspeicher nach 168 Tagen immer noch nicht aufgefüllt. Vor allem bei wiederholten Blutspenden können Eisengaben sinnvoll sein, damit das Hämoglobin und die Eisenspeicher schneller auf Normalwerte ansteigen können.

Quelle
Joseph E. Kiss et al., Oral Iron Supplementation After Blood Donation. A Randomized Clinical Trial.
In: Journal of the American Medical Association Vol. 313, Nr. 6, 2015, S. 575-583, doi: 10.1001/jama.2015.119.

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