Coenzym Q10 bei Herzinsuffizienz

Patienten mit Herzinsuffizienz konnten mit Coenzym Q10 langfristig ihre Symptome verbessern. Sie waren stärker vor belastenden kardiovaskulären Ereignissen geschützt.

Coenzym Q10 (CoQ10), auch unter dem Namen Ubichinol bekannt, ist ein Vitaminoid. Es wirkt ähnlich wie Vitamine, kann jedoch vom Körper selbst gebildet werden. Die CoQ10-Synthese kann allerdings durch Krankheiten beeinträchtigt werden, und sie ist auch im Alter verringert. Die im Körper verfügbare CoQ10-Menge kann dann für seine Funktionen nicht mehr ausreichend sein. Coenzym Q10 ist ein wichtiger Faktor innerhalb der Energieproduktion des Körpers. Es ist besonders stark in den Mitochondrien, den so genannten Kraftwerken der Zellen, konzentriert.

Es trägt zur Bildung von ATP (Adenosintriphosphat) bei, das im Körper als Energieträger fungiert und an energieliefernden Prozessen im Herz und in den Muskeln beteiligt ist. Entsprechend ist Coenzym Q10 im Herzmuskel besonders hoch konzentriert. Schon in den 90er Jahren stellte man fest, dass bei einer Herzinsuffizienz die CoQ10-Konzentration im Myokard (Gewebeschicht im Herzmuskel) abnimmt. Dieser Prozess ist vom Grad der Herzinsuffizienz abhängig. Bekannt ist, dass sich bei dieser Krankheit der oxidative Stress erhöht. Da Coenzym Q10 auch ein Antioxidans ist, wird es bei der Herzinsuffizienz stärker als im gesunden Zustand verbraucht.

Eine Gruppe von Medizinern überprüfte in einer Studie (Q-SYMBIO) die Gabe von Coenzym Q10 bei Patienten mit schwerer bis mäßiger Herzinsuffizienz. 420 Patienten nahmen daran teil und wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhielt zusätzlich zur üblichen Therapie zwei Jahre lang dreimal täglich 100 mg Coenzym Q10, die andere Gruppe nahm in der gleichen Zeit ein Placebo ein und erhielt ansonsten die Standardtherapie. Im Lauf der Studienzeit wurden bei den Teilnehmern alle schweren kardiovaskulären Ereignisse (Krankenhausaufenthalt oder gar Todesfall) verzeichnet. Ohne die Einnahme von Coenzym Q10 kam es in der Placebo-Gruppe bei 26 Prozent der Patienten zu solchen Fällen. Mit Coenzym Q10 war dies nur bei 15 Prozent der Patienten der Fall.

In dieser Gruppe verbesserte sich auch der Grad der Herzinsuffizienz (eingeteilt in NYHA-Klassen). Die Mediziner ziehen das Fazit, dass die langfristige Einnahme von Coenzym Q10 bei chronischer Herzinsuffizienz sicher ist. Wird es zusätzlich zur Standardtherapie eingesetzt, können sich verschiedene Symptome verbessern und belastende kardiovaskuläre Ereignisse verringert werden.

Quelle
Svend A. Mortensen et al., The effect of Coenzyme Q10 on Morbidity and Mortality in Chronic Heart Failure. Results From Q-SYMBIO: A Randomized Double-Blind Trial.
In: JACC (Journal of the American College of Cardiology): Heart Failure Vol. 2, Nr. 6, 2014, S. 641-649.

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