Glucosamin und Chondroitin können antientzündlich wirken

Glucosamin und Chondroitin werden als „Gelenk“-Nährstoffe bei Arthrose eingesetzt. Wie eine Studie zeigt, können sie auch entzündliche Prozesse im Körper verringern. Das gilt vor allem für CRP, ein Schlüsselmarker für Entzündungen.

Glucosamin und Chondroitin werden bisher als Nahrungsergänzung bei Arthrose empfohlen. Sie könnten darüber hinaus auch einen Einfluss auf chronische Krankheiten im Körper haben. In einer großen Bevölkerungsstudie (VITAL), in der 30 Mikro-Nährstoffe untersucht wurden, zeigten sich für Glucosamin und Chondroitin u.a. antikanzerogene Fähigkeiten. Andere Studien zeigten, dass die beiden Nährstoffe auch antientzündliche Wirkungen haben.

Dies wurde nun in einer kleinen Studie geprüft. An der (randomisierten, doppelblinden) Untersuchung nahmen 18 gesunde Frauen und Männer im Alter von 20 bis 55 Jahren teil, die nicht rauchten und keine Medikamente einnahmen. Sie waren jedoch übergewichtig (BMI 25 bis 32), da bekannt ist, dass mit einem erhöhten Körpergewicht häufiger entzündliche Prozesse verbunden sind. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt, die erste erhielt 28 Tage lang dreimal täglich eine Kapsel mit 500 mg Glucosamin-HCl und 400 mg Chondroitinfulfat, die zweite nahm ein Placebo. Dann gab es eine Pause von 28 Tagen, danach wurden die Gruppen getauscht. Die Glucosamin-Chondroitin-Gruppe erhielt nun das Placebo, die andere Gruppe nahm jetzt die beiden Nährstoffe ein.

Bei allen Teilnehmern wurden typische Biomarker gemessen, die als Nachweis für Entzündungen dienen. Einer der wichtigsten ist CRP (C-reaktives Protein), das bei Entzündungen im Körper ansteigt. Die Höhe der CRP-Werte hilft auch, den Schweregrad von entzündlichen Prozessen zu bestimmen. 1.500 mg Glucosamin und 1.200 mg Chondroitin täglich konnten im Vergleich zum Placebo entzündliche Prozesse und oxidativen Stress verringern, z.B. die Zytokin-Aktivität (Mediator für Entzündungen). Dies war jedoch statistisch nicht signifikant. Glucosamin und Chondroitin wirkten sich im Vergleich zum Placebo deutlich stärker auf CRP aus. Dieser Wert sank bei den Teilnehmern um 23 Prozent und war damit statistisch signifikant. Für die Forscher steigen mit diesen Ergebnissen die Nachweise, dass die Kombination von Glucosamin-HCl und Chondroitinsulfat Entzündungen beim Menschen senken kann.

Da diese Studie jedoch nur mit einer kleinen Personenzahl durchgeführt wurde, sollten die beiden Nährstoffe künftig in größeren Gruppen mit mehr Teilnehmern und auch anderen Auswahlkriterien in Bezug auf ihr antientzündliches Potenzial getestet werden.

Quelle
S. L. Navarro et al., Randomized Trial of Glucosamine and Chondroitin Supplementation on inflammation and Oxidative Stress Biomarkers and Plasma Proteomics Profiles in Healthy Humans.
In: PLoS One, Online-Veröffentlichung vom 26.2.2015, doi: 10.1371/journal.pone.0117534.

zurück zur Übersicht
Als registrierter/angemeldeter Benutzer erhalten Sie zusätzlich Empfehlungen und Informationen unserer Redaktion.