Bessere Fettsäurenprofile könnten Knochenbrüche bei Osteoporose senken

Die gute Versorgung mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren, vor allem mit Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen, kann zum Schutz vor Knochenbrüchen im Alter beitragen.

Bisher gibt es nur wenige Studien, in denen die Fettsäuren im Blut und ihr Einfluss auf Knochenbrüche untersucht wurde. Es gibt jedoch Hinweise, dass erhöhte Werte der beiden Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) aus Fischölen vor Hüft-Knochenbrüchen schützen können. Das könnte darauf beruhen, dass Fischöle dazu beitragen, Entzündungen zu modulieren sowie die Osteoklasten und Osteoblasten zu regulieren. Diese beiden Arten von Knochenzellen sind an der Resorption der Knochensubstanz und an der Synthese der kollagenen Knochenmatrix beteiligt. Omega-3-Fettsäuren könnten auf diese Weise dazu beitragen, den Knochenverlust zu verhindern und die Knochenmineraldichte zu erhalten.

Eine Forschergruppe aus den USA, Niederlanden und Island untersuchte die Beziehungen von mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu Knochenbrüchen durch Osteoporose. Einbezogen waren 1.438 Frauen und Männer aus Island ab 66 Jahren. Sie wurden fünf bis zu neun Jahre lang daraufhin beobachtet, ob sie Knochenbrüche erlitten. Bei allen Teilnehmern wurde das Profil der Fettsäuren im Blutplasma ermittelt. Mit einer Befragung wurde ihr Fischverzehr bzw. die Aufnahme von Fischölen bestimmt und der Konsum in drei Kategorien unterschieden: nie, weniger als täglich oder täglich. Andere Einflussfaktoren für Knochenbrüche wurden einbezogen und die Daten entsprechend angepasst.

Dazu gehörten z.B. Alter, Körpergröße und -gewicht, Aktivität und Einnahmen von Medikamenten. Bei den Ergebnissen gab es einige Unterschiede zwischen Altersgruppen und Geschlechtern. Es zeigte sich, dass Männer mit der höchsten Aufnahme von mehrfach ungesättigten Fettsäuren, speziell von Omega-3-Fettsäuren und vor allem von EPA, ein deutlich verringertes Risiko für Knochenbrüche hatten. Bei Frauen verringerten mehrfach ungesättigte Fettsäuren ebenfalls das Risiko für Knochenbrüche, sie waren jedoch kein unabhängiger Faktor. Hinzu kam, dass Aufnahmen von Omega-6-Fettsäuren und Arachidonsäure das Risiko für Knochenbrüche bei den Frauen erhöhen konnten. Männer profitierten von der Aufnahme von Fischölen besonders im höheren Alter, Frauen profitierten davon stärker in den mittleren Lebensjahren. Die Forscher ziehen das Fazit, dass höhere Konzentrationen von mehrfach ungesättigten Fettsäuren mit einem geringeren Risiko für Knochenbrüche durch Osteoporose verbunden sein können. Das gilt besonders für ältere Erwachsene und für Männer.  

Quelle
Tamara B. Harris et al., Plasma phospholipid fatty acids and fish-oil consumption in relation to osteoporotic fracture risk in older adults: the Age, Gene/Environment Susceptibility Study
In: The American Journal of Clinical Nutrition Vol. 101, Nr. 5, 2015, S. 947-955.

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