Fermentierte Lebensmittel, Neurotizismus* und soziale Ängste

US-Forscher prüften erstmals die Verbindung zwischen dem Verzehr von fermentierten Lebensmitteln, die probiotische Bakterien enthalten, und Angstsymptomen.

Rund 700 junge Psychologie-Studenten berichteten über ihren Konsum im letzten Monat an fermentierten oder probiotischen Lebensmitteln (z.B. Joghurt, Sauerkraut, Miso) sowie über Neurotizismen und soziale Ängste. Zusätzlich wurden ihr Obst- und Gemüseverzehr und die Körperaktivität erfasst. Es bestätigte sich die signifikante Beziehung von Körperaktivität, dem Konsum fermentierter Lebensmittel und Neurotizismen.

Die Frequenz von fermentierten Lebensmitteln interagierte mit Neurotizismus und ließ auch eine Prognose über soziale Ängste zu. Bei einem höheren Neurotizismus-Grad war ein größerer Konsum von fermentierten Lebensmitteln mit weniger sozialen Angstsymptomen verbunden. Fermentierte, probiotische Lebensmittel könnten demnach ein einfaches Mittel sein, um soziale Angstzustände zu vermindern. Sie könnten die übliche Therapien (Medikamente, Psychotherapie) ergänzen und verbessern. Diese Beziehungen sollten in weiteren Studien genauer untersucht werden.

*Neurotizismen sind Persönlichkeitseigenschaften (z.B. im Bereich Stress, Sorgen, Ängste), die in Graden eingeteilt die emotionale Labilität aufzeigen.

Quelle
Matthew R. Hilimire et al., Fermented foods, neuroticism, and social anxiety: An interaction model. In: Psychiatry Research Vol. 228, Nr. 2, 2015, S. 203-208.

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