Joghurt und Diabetesrisiko

Der tägliche Joghurt trägt mit seinen probiotischen Bakterien vermutlich dazu bei, im Alter seltener an Diabetes (Typ 2) zu erkranken.

US-Mediziner der „Harvard School of Public Health“ werteten drei große Beobachtungsstudien mit Angehörigen von Gesundheitsberufen aus. Bei den rund 195.000 Teilnehmern traten in den vielen Jahren der Nachbeobachtung rund 15.000 Diabetes-Fälle (Typ 2) auf. Zum Milchverzehr und zu Fettaufnahmen zeigten sich keine Beziehungen, weder bei fettreichen noch bei fettarmen Produkten. Nur der Joghurt senkte bei täglichem Verzehr (Portion ab 28 Gramm) das Diabetes-Risiko um 17 %. Um ein zufälliges Ergebnis zu vermeiden, werteten die Mediziner weitere 14 Beobachtungsstudien mit rund 460.000 Teilnehmern aus.

Im Lauf dieser Langzeitbeobachtungen traten knapp 36.000 neue Diabetes-Fälle (Typ 2) auf. Milch und Milchprodukte hatten wieder keinen Einfluss. Beim täglichen Joghurtverzehr ergab sich hier eine Diabetes-Risikosenkung von 18 %. Auch wenn die Mediziner den Einfluss anderer Aspekte eines gesunden Lebensstils, die in diesen Studien nicht erfasst wurden, als Ursache nicht ausschließen wollen, gibt es eine mögliche Erklärung: Joghurt enthält im Gegensatz zu Milch und Milchprodukten probiotische Bakterien. Sie werden bei der Herstellung eingesetzt und sind zu einem gewissen Teil im fertigen Joghurt enthalten.

Quelle
rme, Joghurt könnte Diabetesrisiko senken, Deutsches Ärzteblatt, 27.11.2014.
Mu Chen et al., Dairy consumption and risk of type 2 diabetes: 3 cohorts of US adults and an updated meta-analysis. In: BMC Medicine Vol. 12, 215, 2014, doi: 10.1186/s12916-014-0215-1.

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