Lactobazillen hemmen Helicobacter pylori

Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung ist mit dem Keim Helicobacter pylori infiziert, der sich vor allem in der Magenschleimhaut ansiedelt. In den meisten Fällen verursacht dies keine Symptome.

Sie sind aber möglich und führen bei den Betroffenen zu schmerzhaften Entzündungen, Gastritis, Magengeschwüren oder gar Magenkrebs. Der Keim wird mit Antibiotika bekämpft, die jedoch Nebenwirkungen haben, dazu gehört die veränderte Mikrobiota. Milchsäurebakterien könnten ein alternativer Schutz vor Helicobacter pylori sein. Sie haben zudem den Vorteil, dass sie die Darm-Mikrobiota schützen.

700 Milchsäure-Bakterienstämme wurden auf dieses Potenzial hin untersucht: Nur acht Bakterien reagierten mit Helicobacter pylori, die stärksten Wirkungen (in vivo und in vitro) hatte Lactobacillus reuteri (DSM17648). Die Wirkung wurde in einer Pilotstudie an 128 Teilnehmern, die mit Helicobacter pylori infiziert waren, getestet. Bereits nach zwei Wochen verlor Helicobacter pylori durch Lactobacillus reuteri seine Beweglichkeit und konnte nicht mehr in die Magenschleimhaut eindringen.

Quelle
Caterina Holz et al., Significant Reduction in Helicobacter pylori Load in Humans with Non-viable Lactobacillus reuteri DSM 17648: A Pilot Study. In: Probiotics and Antimicrobial Proteins Vol. 7, Nr. 2, 2015, S. 91-100.

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