Omega-3-Fettsäuren und B-Vitamine bei kognitiver Beeinträchtigung im Alter

Vermehrte Abbauraten im Gehirn (Atrophie) sind bei älteren Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen häufig.

Das gilt vor allem bei einem erhöhten Alzheimer-Risiko. Bekannt ist, dass die Omega-3-Fettsäuren und erhöhtes Homocystein mit der Entwicklung des Hirnabbaus und der Demenz verbunden sind.

Zur Regulierung der schädlich wirkenden Aminosäure Homocystein werden u.a. B-Vitamine eingesetzt. In einer Studie wurden nun die Einflüsse von Omega-3-Fettsäuren und von B-Vitaminen auf die Atrophie-Rate des Gehirns untersucht. Bei 168 Teilnehmern ab 70 Jahren mit leichten kognitiven Störungen wurden die Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA im Plasma) gemessen. Sie erhielten entweder ein Placebo oder eine tägliche Hochdosis an B-Vitaminen (Folsäure 0,8 mg, B6 20 mg, B12 0,5 mg). Bei allen Teilnehmern wurde außerdem zu Beginn und am Ende der Studie ein Hirn-Scan durchgeführt.

Es zeigten sich signifikante Interaktionen zwischen den B-Vitaminen und Omega-3-Fettsäuren in Bezug auf die Entwicklung des Gehirnabbaus. Bei Teilnehmern mit anfangs hohen Werten an Omega-3-Fettsäuren verlangsamte die Ergänzung der B-Vitamine die durchschnittliche Abbaurate des Gehirns um 40 % im Vergleich zu Placebo. Die B-Vitamine hatten dagegen keinen Einfluss bei Teilnehmern mit einer geringen Versorgung an Omega-3-Fettsäuren. Vermutlich müssen deren gute Werte mit guten B-Vitamin-Werten einhergehen, um den Hirnabbau im Alter zu verlangsamen.

Quelle  
Fredrik Jernerén et al., Brain atrophy in cognitively impaired elderly: the importance of long-chain-ω-3 fatty acids and B vitamin status in a randomized controlled trial. In: The American Journal of Clinical Nutrition Vol. 102, Nr. 1, 2015, S. 215-221, doi: 10.3945/ ajcn.114.103283.

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