Aminosäuren, Arteriensteife und der Blutdruck

Proteine und einige Aminosäuren können den Blutdruck senken. Nun gibt es neue Hinweise, dass sie auch auf die kardiovaskulären Risikofaktoren und Herz-Kreislauf-Krankheiten eine gesunde Wirkung haben können.

Im Rahmen einer britischen Zwillingsstudie wurden die Beziehungen von Proteinen und einigen möglicherweise herzschützenden Aminosäuren untersucht. Dazu gehören die Aminosäuren Arginin, Cystein, Glutaminsäure, Glycin, Histidin, Leucin und Tyrosin. Einbezogen in die Studie waren rund 1.900 weibliche Zwillinge im Alter von 18 bis zu 75 Jahren. Ihre Aufnahmen von Proteinen und von den sieben Aminosäuren wurden mit Hilfe von Ernährungsbefragungen bestimmt. Weiter wurden bei den Frauen die Werte des (systolischen) Blutdrucks, der Arteriensteife und der Atherosklerose ermittelt (durchschnittlicher Arteriendruck, Augmentations-Index, Pulswellengeschwindigkeit, Intima Media-Dicke).

Es zeigte sich, dass eine höhere Aufnahme von Proteinen und der sieben Aminosäuren die Arteriensteife und den Blutdruck beeinflussen konnten. Der zentrale (systolische) Blutdruck war dann geringer, gleiches galt für den Arteriendruck und die Pulswellengeschwindigkeit. Dabei zeigte sich eine Beziehung zwischen den Aminosäuren und ihren Nahrungs-Quellen. Die höhere Aufnahme von Aminosäuren aus pflanzlichen Quellen war mit einem geringeren zentralen Blutdruck und Augmentations-Index (Pulswellenreflexion) verbunden. Die höhere Aufnahme von Aminosäuren aus tierischen Quellen (Glutaminsäure, Leucin und Tyrosin) war mit einer geringeren Pulswellengeschwindigkeit verbunden. Für die Forscher geben diese Ergebnisse Anlass zu vermuten, dass gute Aufnahmen der sieben Aminosäuren neben ihrem Einfluss auf den Blutdruck auch Vorteile für ein gesundes Herz-Kreislauf-System haben. Ihre erhöhte Zufuhr mit der Nahrung oder evtl. auch aus Nahrungsergänzungen könnte ein leicht erreichbarer Weg sein, um das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten zu verringern.

Quelle
Amy Jennings et al., Amino Acid Intakes Are Inversely Associated with Arterial Stiffness and Central Blood Pressure in Women. In: The Journal of Nutrition Vol. 145, Nr. 9, 2015, S. 2130-2138, doi: 10.3945/ jn.115.214700.

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