Magnesium zur Prävention und Therapie

Magnesium gehört zu den wichtigsten Mineralstoffen im Körper. Es hat sehr viele Funktionen und spielt auch bei der Prävention und Therapie vieler Krankheiten eine bedeutende Rolle.

Magnesium ist das vierthäufigste Mineral im Körper und an einer Vielzahl von Funktionen und Prozessen beteiligt. Es ist ein Cofaktor für mehr als 300 enzymatische Reaktionen, besonders wichtig ist seine Beteiligung am Energiestoffwechsel (Adenosintriphosphat). Magnesium wird weiter für die Synthese der DNA und RNA, die Reproduktion und Protein-Synthese benötigt. Es ist essenziell für die Regulation der Muskel-Kontraktion, Nerven- und neuromuskuläre Übertragungen, den Blutdruck, Insulin-Stoffwechsel und die Herzfunktionen (Erregungsleitung, Tonusregulation).

Ein unausgeglichener Magnesium-Status entsteht vor allem durch eine zu geringe Versorgung, die Überversorgung kommt seltener vor. Durch die zahlreichen Funktionen von Magnesium im menschlichen Körper spielt es auch eine wichtige Rolle bei der Prävention und Therapie vieler Krankheiten. Niedrige Magnesium-Werte wurden mit chronischen und entzündlichen Krankheiten verbunden. Dazu gehören u.a. Alzheimer, Asthma, Insulin-Resistenz und Diabetes Typ 2, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Krankheiten, Osteoporose, Migräne und ADHS.

Viele Ernährungsstudien aus Europa und den USA zeigen, dass Magnesium oftmals zu gering aufgenommen wird und die täglichen Bedarfsempfehlungen nicht erreicht werden. Die typische westliche Ernährung enthält relativ wenig Magnesium. Die Hauptquelle sind grüne Gemüse wie Spinat, Nüsse, Samen, auch das Wasser trägt mit rund 10 Prozent zur Magnesium-Aufnahme bei. Im mittleren Bereich bei der Versorgung liegen Hülsenfrüchte, Obst, Fisch und Fleisch. Bei der Lebensmittelverarbeitung von Getreide werden teilweise die Keime und Kleie entfernt, dadurch verringert sich der Gehalt an Magnesium in vielen Getreidewaren.

In Deutschland werden männlichen Jungendlichen ab 15 Jahren und Männern bis zu 25 Jahren täglich 400 mg Magnesium empfohlen. Für alle älteren Männern gelten 350 mg als ausreichend. Bei Frauen sind die Werte etwas geringer angesetzt. Weibliche Jugendliche von 15 bis zu 19 Jahren sollten 350 mg Magnesium täglich aufnehmen, bis zu 25 Jahren werden dann 310 mg, in allen Altersgruppen darüber 300 mg Magnesium empfohlen.

Es gibt eine Reihe von Ernährungsfachleuten, die inzwischen von solch allgemeinen Empfehlungen abrücken. Sie plädieren dafür, dass die optimale Magnesium-Aufnahme auf dem Körpergewicht basieren sollte. Sie halten täglich vier bis 6 Milligramm Magnesium pro Kilogramm Körpergewicht für angemessen. Bei einem Körpergewicht von 70 Kilogramm wären dann rund 350 mg Magnesium nötig, bei einem deutlich höheren Körpergewicht könnte der Bedarf dann die bisher geltenden Empfehlungen überschreiten.

Bei der Aufnahme von Magnesium spielt auch die Form eine Rolle. Magnesium-Ergänzungen werden in verschiedenen Formen angeboten. Besonders gut bioverfügbar ist Magnesium, wenn es an organische Salze gebunden ist. Besonders empfehlenswert sind daher Magnesiumcitrat, -glukonat, -orotat oder -aspartat.

Quelle
Uwe Gröber, Joachim Schmidt und Klaus Küsters, Magnesium in Prävention and Therapy. In: nutrients, Nr. 7. 2015, S. 8199-8226, doi: 10.3390/nu7095388,

Als registrierter/angemeldeter Benutzer erhalten Sie zusätzlich Empfehlungen und Informationen unserer Redaktion.