Vitamin D verbessert Therapieerfolge bei entzündlichen Darmkrankheiten

Die Therapie entzündlicher Darmkrankheiten war in einer Studie erfolgreicher, wenn die Patienten bei Behandlungsbeginn gut mit Vitamin D versorgt waren.

Einige Studien zeigten bereits, dass Vitamin D die Therapie der Colitis unterstützen könnte, jedoch waren die Ergebnisse bisher nicht einheitlich. Eine US-amerikanische Forschergruppe untersuchte daher den Therapieverlauf bei 521 Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten in Beziehung zu Vitamin D. Alle Teilnehmer wurden mit anti-TNF-alpha behandelt, einer Therapie, die oft bei chronisch entzündlichen Darmkrankheiten eingesetzt wird.

Bei allen Patienten wurden die Vitamin D-Werte bis zu sechs Monaten vor Beginn der medikamentösen Therapie und bis zu zwei Wochen nach Beendigung der Behandlung geprüft. Die Versorgung mit Vitamin D wurde zum Verlauf der Darmkrankheiten innerhalb von drei Monaten in Beziehung gesetzt. Andere mögliche Einflussfaktoren, z.B. Alter, Geschlecht, Diagnose der entzündlichen Darmkrankheit und die Art der Medikation, wurden in der Analyse berücksichtigt.

Die Daten von 173 Patienten konnten schließlich in die Auswertung einbezogen werden. Es zeigte sich, dass eine klare Beziehung zwischen dem Vitamin D-Status und dem Rückgang der Krankheit bestand. 122 Patienten hatten zum Therapiebeginn mit anti-TNF-alpha normale Vitamin D-Werte. Bei ihnen stieg die Aussicht für den Rückgang der Krankheit im Lauf von drei Monaten um das 2,5 fache an. 51 Patienten hatten bei Therapiebeginn dagegen unzureichende Vitamin D-Werte. Ihre Perspektive für den Rückgang der Krankheit innerhalb von drei Monaten war dadurch deutlich geringer. Noch sind die Mechanismen, über die Vitamin D chronische Darmentzündungen beeinflussen kann, nicht restlos geklärt.

Es wird vermutet, dass Vitamin D die B- und T-Lymphozyten, wichtige Zellen des Immunsystems, beeinflussen kann. Das kann dazu führen, dass Zytokine, kleinere Proteine (Peptide), die die Antworten des Immunsystems steuern, besser reguliert werden. Dadurch sinkt die Bildung von entzündlich wirkenden Zytokinen, gleichzeitig erhöht sich die Bildung von antientzündlich wirkenden Zytokinen.

Die Forscher empfehlen, diese Ergebnisse in größeren Studien weiter zu prüfen. Lassen sie sich bestätigen, dann könnte in Zukunft die Gabe von Vitamin D die Therapie von chronisch entzündlichen Darmkrankheiten gut unterstützen.

Quelle
R. W. Winter et al., Higher 25-hydroxyvitamin D levels are associated with greater odds of remission with anti-tumour necrosis factor-α medications among patients with inflammatory bowel diseases. In: Alimentary Pharmacology and Therapeutics, Online-Veröffentlichung vom 10.1.2017, doi: 10.1111/apt.13936.

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