Omega-3-Fettsäuren stärken die Gesundheit älterer Frauen

Frauen, die in der Postmenopause gut mit den gesunden Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA versorgt sind, haben eine bessere Lebensperspektive.

Viele gesundheitliche Wirkungen der gesunden Omega-3-Fettsäuren sind seit langem bekannt. Jetzt stellte eine Gruppe US-amerikanischer Forscher die bisher größte Langzeitstudie vor, in der der Einfluss von Omega-3-Fettsäuren auf die Lebensperspektive älterer Frauen untersucht wurde. Daran nahmen rund 6.500 Frauen im Alter von 65 bis zu 80 Jahren im Rahmen der „Women´s Health Initiative Memory Study" teil.

Zu Beginn (ab 1996) wurden in ihren roten Blutzellen die Werte der mehrfach ungesättigten Fettsäuren bestimmt. Besonders interessant waren für die Forscher die Versorgung mit EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure), den gesunden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen, und ihr Verhältnis zueinander (Omega-3-Index). Weiter einbezogen wurden die zwei wichtigsten Omega-6-Fettsäuren, die pflanzliche Linolsäure und die Arachidonsäure.

Im Durchschnitt wurden die Teilnehmerinnen rund 15 Jahre lang bis zum Jahr 2014 beobachtet. In dieser Zeit verstarben in dieser großen Gruppe von älteren Frauen 1.851 Teilnehmerinnen (28,5%). Bei vielen von ihnen wurden bereits zu Beginn der Studie geringere Werte der Omega-3-Fettsäuren festgestellt. Frauen, die dagegen am Ende der Studie noch lebten, hatten im allgemeinen höhere Werte von EPA und DHA. Dies war signifikant mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und die Sterblichkeit verbunden.

Bei einer guten Versorgung mit den beiden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen sank das Sterblichkeitsrisiko (aus allen Gründen) um 8 %, bei der EPA allein war dies mit 11% noch etwas besser ausgeprägt, bei der DHA mit 7% etwas geringer. Die pflanzlichen Linol-, Alpha-Linolensäure und die Arachidonsäure wirkten sich dagegen nicht signifikant auf die Sterblichkeitsraten aus. Die bessere Versorgung mit EPA und DHA aus Fischölen war außerdem mit einem höheren Alter, erhöhter körperlicher Aktivität, weniger Rauchen und einem geringeren Body Mass Index verbunden.

Höhere EPA- und DHA-Werte können nach Ansicht der Forscher ein Indikator für die Lebensperspektive älterer Frauen sein. Die gute Versorgung mit EPA und DHA ist ein wichtiger Teil des gesunden Lebensstil neben dem Sport und einer ausgewogenen Ernährung. Die Forscher geben dazu für den Alltag praktikable Empfehlungen: Zwei und ein halbes Lachsfilet jede Woche versorgt z.B. mit einer adäquaten Menge von Omega-3-Fettsäuren. Rund ein Gramm EPA und DHA täglich gilt als erforderlich, um den Omega-3-Status bei Menschen mit einer geringen Versorgung zu erhöhen. Damit lässt sich ein Level erreichen, der der besten Versorgung mit diesen gesunden Fettsäuren entspricht. Diese Menge kann alternativ mit einer bis zu drei Omega-3-Kapseln (je nach EPA- und DHA-Gehalt) oder mit einem Teelöffel von flüssigen Omega-3-Fettsäuren täglich zugeführt werden.

Quelle
William S. Harris et al., Red blood cell polyunsaturated fatty acids and mortality in the Women´s Health Initiative Memory Study. In: Journal of Clinical Lipidology, Online-Veröffentlichung vom 13.1.2017, doi: 10.1016/j.acl.2016.12.013.

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