Vitamine A, C und E tragen zur Vorbeugung vor Knochenbrüchen bei

Von Vitamin D ist seit langem bekannt, dass es bei guter Versorgung zum Schutz vor Knochenbrüchen beiträgt. Aber auch die Vitamine A, C und E spielen bei der Knochengesundheit offenbar eine wichtige Rolle.

Für gesunde Knochen sind neben Kalzium vor allem Vitamin D und vermutlich auch das Vitamin K sehr wichtig. Der Einfluss anderer Vitamine auf die Knochengesundheit wurde bisher dagegen weniger untersucht. Eine Gruppe von norwegischen Forschern prüfte in einer Studie, ob auch sie in Bezug auf das Risiko für Knochenbrüche und den Knochenumsatz eine Rolle spielen. Einbezogen wurden 116 Patienten, die Knochenbrüche an den Hüften erlitten hatten, zum Vergleich nahmen 73 gesunde Kontrollpersonen an der Studie teil. Bei allen Teilnehmern wurden Blutproben genommen und die Werte für die Vitamine A, C, E, B6, B12 und Folsäure bestimmt. Gemessen wurden außerdem das knochenspezifische Protein Osteokalzin, ein Marker für den Knochenumsatz, und die ebenfalls knochenspezifische alkalische Phosphatase, ein Indikator für Veränderungen im Knochenstoffwechsel. Aus früheren Untersuchungen lagen den Medizinern weiter die Messergebnisse für Vitamin K1 und Vitamin D bei den Teilnehmern vor.

Die Auswertungen zeigten, dass geringe Konzentrationen der Vitamine A, C und E deutlich mit dem Risiko für Knochenbrüche an den Hüften verbunden waren. Die Forscher geben an, dass pro 10 μmol/L Vitamin A mehr im Blut sich das Risiko für Knochenbrüche um 26 % verringerte. Pro 1 μmol/L mehr beim Vitamin C und E sank das Risiko um 6 bzw. 11 %. Die Ergebnisse veränderten sich kaum, wenn die Vitamine D und K, der Body Mass Index oder andere Einflussfaktoren auf die Knochengesundheit in die Risikoberechnung einbezogen wurden. Daher wurden die Vitamine A, C und E als unabhängige Risikofaktoren für Knochenbrüche an den Hüften eingestuft. Außer Vitamin B12 und Folsäure korrelierten im übrigen alle Vitamine positiv mit dem Gesamt-Osteokalzin und negativ mit der alkalischen Phosphatase.

Die Forscher erklären die Wirkung dieser Vitamine mit ihrem möglichen Einfluss auf die Knochenmineraldichte. Sie ist von der im Knochen gespeicherten Kalzium-Menge abhängig, woran vermutlich mehrere Mikro-Nährstoffe beteiligt sind. Osteokalzin bindet Kalzium im Knochen, es wird jedoch in einer nicht aktiven Form gebildet und benötigt Vitamin K, um in die aktive Form umgewandelt zu werden. Bei diesem Prozess spielen vermutlich die Vitamine B6 sowie neben Vitamin D auch die Vitamine A, C oder E eine Rolle. Die Forscher ziehen das Fazit, dass eine geringe Versorgung mit den Vitaminen A, C und E das Risiko für Knochenbrüche an den Hüften erhöht, was vermutlich auf einem veränderten Knochenumsatz beruht.


Quelle

Anne C. Torbergsen et al., Micronutrients and the risk of hip fracture: Case-control study. In: Clinical Nutrition Vol. 36, Nr. 2, 2017. S. 438-443, doi: 10.1016/j.clnu.2015.12.014.

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