Magnesium verbessert den Blutdruck bei Insulin-Resistenz

Menschen mit Insulin-Resistenz, Diabetes im Vorstadium oder anderen chronischen Krankheiten haben ein Risiko für den Bluthochdruck. Magnesium kann dann dazu beitragen, den Blutdruck zu senken.

Magnesium hat im Körper eine Fülle von Funktionen. Bisher sind mehr als 300 biochemische Reaktionen bekannt, an denen dieser Mineralstoff beteiligt ist. Dazu gehören u.a. normale Muskel- und Nerven-Funktionen, die Aufrechterhaltung eines beständigen Herzrhythmus, die Unterstützung des gesunden Immunsystems und ein gesundes Knochensystem. Magnesium wird außerdem für die Regulation des Blutzuckers und einen gesunden Blutdruck benötigt. Ob Magnesium-Ergänzungen den Blutdruck bei Menschen mit präklinischen oder chronischen Krankheiten verringern kann, das wurde bisher im Rahmen von größeren Analysen nicht untersucht, und Ergebnisse aus früheren Studien sind zum Teil nicht einheitlich. Eine Gruppe von Forschern aus den USA und Israel führte daher eine Meta-Analyse zur Beziehung von Magnesium zum Bluthochdruck durch.

Nach ihrer Literaturrecherche konnten die Forscher schließlich 11 randomisiert kontrollierte Studien (bis Mitte 2017) guter Qualität in ihre Auswertung einbeziehen. Daran hatten 543 Patienten mit einem erhöhten Blutdruck von ein bis zu sechs Monaten lang teilgenommen, die entweder einer Magnesium- oder einer Kontrollgruppe zugeteilt waren. Die Teilnehmer in der Magnesium-Gruppe erhielten täglich Magnesium-Dosen, die von 365 bis zu 450 Milligramm reichten, das entspricht in etwa den täglichen Tagesbedarfs-Empfehlungen oder liegt leicht darüber. Die Teilnehmer der Kontrollgruppen erhielten dagegen nur ein Placebo. Bei allen Teilnehmern wurden Messungen des Blutdrucks zu Beginn der Studie und am Ende durchgeführt.

Im Vergleich zu den Kontrollgruppen erreichten die Teilnehmer mit dem ergänzten Magnesium signifikant geringere Blutdruck-Werte. Der systolische Blutdruck sank im Durchschnitt um 4,18 mmHG, der diastolische Blutdruck verringerte sich um 2,27 mmHG. Die Forscher erklären die Wirkung von Magnesium auf den Blutdruck so: Magnesium könnte die Funktionen der Blutgefäße (vaskulärer Tonus und Endothel-Funktionen) verbessern, was zu einem geringeren Blutdruck führt. Bekannt ist weiter, dass Magnesium zusammen mit blutdrucksenkenden Medikamenten synergistisch wirken kann, was eventuell zu geringeren Nebenwirkungen der Medikamente beitragen kann.

Die Forscher ziehen aus den Ergebnissen das Fazit, dass Patienten mit präklinischen Stoffwechsel-Beschwerden, einschließlich von Patienten mit Insulin-Resistenz (verringerte Insulinwirkung), Prädiabetes (Vorstadium) und Typ 2 Diabetes oder kardiovaskulären Krankheiten von Magnesium-Ergänzungen durch den verringerten Blutdruck profitieren können. In größeren Studien sollten die Beziehungen von Magnesium zum Blutdruck weiter geklärt werden.

Quelle

Daniel T. Dibaba et al., The effect of magnesium supplementation on blood pressure in individuals with insulin resistance, pre diabetes, or noncommunicable chronic diseases: a meta-analysis of randomised controlled trials. In: The American Journal of Clinical Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 19. Juli 2017, doi: 10.3945/ajcn.117-155291.

Als registrierter/angemeldeter Benutzer erhalten Sie zusätzlich Empfehlungen und Informationen unserer Redaktion.