Der Mangel an Nährstoffen und die Folgen

Wie entsteht ein Mangel an einzelnen oder mehreren Nährstoffen?
Lebensmittel enthalten unterschiedliche Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente in verschiedenen Mengen. Einige haben z.B. hohe, andere niedrige oder keine Anteile an Vitamin C. Hauptquellen dafür sind alle Gemüse- und Obstsorten, vor allem Paprika, Broccoli und Kartoffeln, Zitrusfrüchte, schwarze Johannisbeeren, Kiwis und Sanddornsaft. Fleisch und Wurstwaren enthalten dagegen meist kein Vitamin C.
  
Der Körper ist mit bestimmten Nährstoffen oft unterversorgt

  • wenn die Ernährung sehr einseitig ist, d.h. einige Nahrungsmittel werden besonders häufig, vieles wird nie oder ganz selten gegessen
  • wenn die Energiezufuhr längere Zeit unter dem Bedarf liegt bzw. relativ niedrig ist
  • wenn der Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen erhöht ist

 In diesen Fällen kann man davon ausgehen, daß einzelne, mehrere oder viele wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente nicht ausreichend aufgenommen werden. Welche Stoffe im einzelnen fehlen, hängt von der jeweiligen Ernährungsweise und dem Bedarf ab. Dies läßt sich nur individuell bestimmen. Wer z.B. regelmäßig eine fleischreiche Kost bevorzugt, dabei wenig Gemüse und kaum Obst ißt, beschränkt die Zufuhr vieler lebenswichtiger Vitamine auf ein geringes Maß. So können auf Dauer leichte Unterversorgungen oder größere Mängel an einzelnen oder mehreren Nährstoffen entstehen.
 
Was bewirken Unterversorgungen oder Mängel an einzelnen oder mehreren Nährstoffen?
Halten Unterversorgungen mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen längere Zeit an, kann das diverse Folgen haben. Körperprozesse, an denen die fehlenden Stoffe beteiligt sind, werden in ihrer Funktion, abhängig vom jeweiligen Grad des Mangels, leichter oder stärker beeinträchtigt. Das muß nicht sofort spürbare Folgen zeigen, mit der Zeit kann sich aber z.B. das Wohlbefinden deutlich verschlechtern. Bei stärkerem Mangel steigt die Anfälligkeit z.B. für Erkältungen. Halten Mängel an bestimmten Nährstoffen längere Zeit an, können spezifische Krankheiten entstehen.
 
Beispiel Vitamin C - es hat vielfältige Aufgaben im Körper
Zu den klassischen Mangelkrankheiten an Vitamin C gehört der Skorbut, der heute in westlichen Industrieländern nur sehr selten vorkommt. Betrachtet man, an welchen Körperfunktionen und -prozessen dieses Vitamin beteiligt ist, wird klar, wie wichtig dessen ausreichende Zufuhr ist. Vitamin C wird für die Bildung von Knochen, Zähnen und Blut benötigt und sorgt für eine bessere Verwertung von Eisen im Körper. Es übernimmt wichtige Aufgaben bei der Regulierung des Abwehrsystems, vor allem bei der Infektabwehr, und hemmt krebserregende Nitrosamine bzw. andere schädliche Stoffe in ihrer giftigen Wirkung.

Zu wenig Vitamin C - die typischen Folgen
Wird Vitamin C über eine längere Zeit hinweg nicht in ausreichenden Mengen zugeführt, entstehen - abhängig vom Grad des Mangels - Abwehrschwächen, vor allem gegenüber Viren und Bakterien. Folge ist: Die Anfälligkeit gegenüber Infekten steigt, weiter wird die Bildung von wichtigen Abwehrzellen, z.B. von Antikörpern, Immunglobulinen und Freßzellen, gehemmt. Zu den typischen Folgen eines Mangels an Vitamin C gehört auch, daß das Bindegewebe und die Wundheilung beeinträchtigt werden können.
 
Nährstoffe zur Nahrungsergänzung und/oder zur medizinischen Therapie?
Darauf gibt es eine klare Antwort: Beides kann notwendig und sinnvoll sein!
Ein erhöhter Bedarf an Nährstoffen, z.B. durch starkes Rauchen, kann mit der Einnahme von Nahrungsergänzungen ausgeglichen werden. Ist der Bedarf sehr hoch, sollen z.B. die Abwehrkräfte durch entsprechende Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, gezielt gestärkt werden, gilt dies als medizinische Anwendung von Nährstoffen.