Vitamin K senkt das Diabetes-Risiko

Ergänzungen von Vitamin K könnten dazu beitragen, das Diabetes-Risiko zu senken. Eine gute Versorgung kann Prozesse beim Glukose- und Insulinstoffwechsel verbessern.

Die gute Versorgung mit Mikro-Nährstoffen ist für die Prävention und die begleitende Unterstützung von Diabetes und den damit verbundenen Gesundheitsrisiken sehr wichtig. Schon eine geringe Unterversorgung an den nötigen Mikro-Nährstoffen kann u.a. die Insulin-Sensitivität und die Glukose-Toleranz beeinflussen. Eine besondere Rolle spielt dabei offenbar Vitamin K, dass bisher vor allem für seine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung (Koagulation) und im Knochenstoffwechsel bekannt ist.

Vitamin K kommt in zwei natürlichen Formen vor, als K1 (Phyllochinon) und K2 (Menachinon). K1 ist vor allem in grünblättrigen Gemüsesorten enthalten, z.B. in Salaten, im Broccoli und Spinat. Rund 90% unserer Zufuhren von Vitamin K nehmen wir aus pflanzlicher Kost auf. K2 kommt damit auf 10%, die wir  aus verschiedenen Quellen beziehen. Es kann im Darm von den Bakterien der Mikrobiota selbst gebildet werden, wird aber auch in verschiedenen Formen aus Fleisch (MK-4) und fermentierten Nahrungsmitteln (MK7, -8 und -9) aufgenommen, z.B. aus Käse oder Natto (Sojabohnen-Produkt).

Vermutlich reichen die aus der Ernährung verfügbaren Mengen an Vitamin K nicht aus, um neben den anderen wichtigen Funktionen auch den Glukose- und Insulin-Stoffwechsel positiv zu unterstützen. Es gibt zunehmend mehr Hinweise, dass die Ergänzung von Vitamin K in seinen natürlichen Formen die Glukose-Toleranz und die Insulin-Sensitivität verbessern kann.

Das trägt zum Schutz vor der Insulin-Resistenz bei und kann das Risiko für das metabolische Syndrom und für Diabetes (Typ 2) verringern. Eine Übersicht über die Funktionen von Vitamin K zeigt die positive Rolle, die eine ausreichende Versorgung im Glukose- und Insulinstoffwechsel haben kann. Dabei erwies sich die Risikosenkung durch Vitamin K2 als effektiver. Bereits mit geringeren Mengen konnte mit dieser Form von Vitamin K eine bessere Risikosenkung erreicht werden. Da K2 an der Versorgung von Vitamin K nur einen geringen Anteil hat, müsste es für diese präventive Wirkung als Ergänzung aufgenommen werden.

Noch sind die Wirkungen von Vitamin K auf Diabetes nicht umfassender untersucht. Die Forscher vermuten Beziehungen zu dem Protein Osteokalzin (Funktionen im Knochen- und Insulinstoffwechsel), der Regulation von Botenstoffen, die im Fettgewebe gebildet werden (Adipokine), antientzündlichen Wirkungen und der Senkung von Lipiden. Die Funktionen von Vitamin K sollten in weiteren Studien genauer bestimmt werden. Lassen sich die Wirkungen auf den Glukose- und Insulinstoffwechsel bestätigen, könnte die gute Versorgung mit Vitamin K dazu beitragen, die Lebensqualität von Diabetikern zu verbessern und die Glykämie besser zu kontrollieren.

Quelle
Phasenjit Manna und Satin Kalifa, Beneficial role of vitamin K supplementation on insulin sensitivity, glucose metabolism, and the reduced risk of type 2 diabetes: A review. In: Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 25.1.2016, doi: 10.1016/j.nut.2016.01.011.

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