Spurenelement Fluorid – wichtiger Baustein für Zähne und Knochen

Fluoride tragen zur Härtung von Zähnen und Knochen bei. Sie haben darüber hinaus vermutlich eine Funktion beim Wachstum von Säuglingen.

Fluor ist ein nicht-metallisches, gasförmiges und stark reaktionsfähiges Element aus der Gruppe der Halogene. Im 16. Jahrhundert beschrieb schon der berühmte Naturforscher Agricola die Verwendung von Flussspat, doch erst am Beginn des 19. Jahrhunderts wurde Fluor genau definiert. Durch seine hohe Reaktionsfähigkeit kommt Fluor in der Natur nur chemisch gebunden vor, beispielsweise in den Mineralien Apatit, Kryolith und Topas oder als Spurenelement in pflanzlichen und tierischen Organismen. In der Industrie verwendet man Fluorid beispielsweise zur Herstellung von Plastikstoffen. In der Medizin gibt es eine Reihe von Arzneimitteln, die Fluoride enthalten, dazu gehören Nebennierenrindenhormone und Antirheumatika. Für unsere Ernährung sind nur die anorganischen Verbindungen als Fluoride wichtig. Unser Körper enthält etwa 2 bis 5 Gramm Fluorid. Es gilt bisher nicht als esse

Jod ist für die Bildung von Hormonen der Schilddrüse sehr wichtig, da sie viele Funktionen im Körper, vom Stoffwechsel bis zur Psyche, beeinflussen.

Jod ist ein nicht-metallisches, essentielles Spurenelement und gehört zur Gruppe der Halogene. 1812 wurde Jod erstmals aus Meerestang gewonnen, doch erst rund ein Jahrhundert später berichtete man über Jodvorkommen in der Schilddrüse. Die Jodtherapie wurde etwa zur gleichen Zeit begründet, als man entdeckte, dass erkrankte Schilddrüsen häufig jodarm oder völlig jodfrei sind. Viele Länder und Regionen der Welt gehören wie Deutschland zu den Jodmangelgebieten. Jod wurde in der letzten Eiszeit mit dem Schmelzwasser der Gletscher aus den Böden ausgewachsen und ins Meer gespült. Der Jodgehalt in pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln hängt weitgehend vom Bodengehalt der Anbaugebiete ab. Entsprechend kommt Jod in Mangelgebieten auch im Trinkwasser nur gering vor. Jodmangel gilt in Deutschland als der häufigste auf Lebensmitteln basierende Mangelzustand. Daraus kann sich eine Vergrößerung der Schilddrüse, die Struma, im Volksmund Kropf genannt, entwickeln. Wird dies zu spät erkannt und behandelt, hilft oft nur die Operation der Schilddrüse. Diese Eingriffe sind meist überflüssig wie der Kropf, der Volksmund trifft es hier genau. Durch rechtzeitige und regelmäßige Jodergänzungen wären diese Eingriffe in den meisten Fällen zu vermeiden.

Jod hat viele wichtige Funktionen im Körper
Jod ist ein wichtiger Baustein für die Bildung von Schilddrüsenhormonen. Es wird aus der Nahrung zu rund 80 Prozent in die Schilddrüse aufgenommen und dort in die Hormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin) eingebaut. Sie sind daran beteiligt, den Stoffwechsel von Eiweißen, Kohlenhydraten und Fetten und sowie die Regulation der Körpertemperatur zu steuern. Sie beeinflussen weiter die körperliche und geistige Entwicklung, das Wachstum, die Leistungsfähigkeit und Psyche. Neu ins Gespräch gekommen sind antioxidative Funktionen von Jod als Fänger für eine bestimmte Art Freier Radikale (Hydroxyl-Radikal). Möglich ist, dass Jod auf diese Weise auch Einfluss auf das Immunsystem, die Atherosklerose und Gefäßerkrankungen nimmt. Neben der Schilddrüse kommt Jod in geringen Mengen in den Muskeln, in der Galle, Hypophyse sowie in den Speicheldrüsen und Augen vor.

Die Hauptlieferanten von Jod

Schellfisch und Kabeljau halten die Spitzenpositionen bei der Jodversorgung. Zweimal pro Woche Seefische auf den Tisch, damit lässt sich die Jodversorgung wirksam verbessern.

Mehr Seefische und Meerestiere auf den Tisch, diese Empfehlung geben Fachleute immer wieder, wenn es um die Jodzufuhr geht. Ihr Jodgehalt ist am reichhaltigsten, jedoch kommen Fische im Norden wie im Süden immer seltener auf den Tisch. So gibt es beim Fischverzehr zwar immer noch ein leichtes Nord-Süd-Gefälle, doch es nimmt ab, auch im Norden wird heute weniger Fisch gegessen. Neben Seefischen enthalten Milch, Milchprodukte und Fleisch noch nennenswerte Jodmengen. Süßwasserfische enthalten dagegen kaum Jod, gleiches gilt für viele Pflanzen. Obwohl die Milch relativ jodreich ist, sind einige Milchprodukte, z.B. Käse, wieder jodärmer, da bei der Verarbeitung ein Teil des Jods in der nicht verwerteten Molke bleibt. Jodgehalt ist also längst nicht gleich Jodaufnahme im Körper, denn bei der Verarbeitung geht ein Teil des Jods verloren. Jodverbindungen sind leicht löslich und werden schnell ins Kochwasser ausgeschwemmt, das meist weggeschüttet wird. Da heute immer mehr Kochfisch auf den Tisch kommt, liefern auch Seefische daher nicht die tatsächlich enthaltene Jodmenge an den Körper ab.

An Jod reiche Lebensmittel enthalten in 100 Gramm

Schellfisch 243 mcg
Kabeljau 120 mcg
Schweineleber 14 mcg
1 Ei 9,7 mcg
Roggenbrot 8,5 mcg
Weißbrot 5,8 mcg
Käse, Edamer 5 mcg
Zitronensaft 5 mcg
Kartoffeln 3,8 mcg
Äpfel 1,6 mcg

Der tägliche Bedarf an Jod
Der tägliche Jodbedarf wird von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. mit 180 bis 200 mcg täglich angegeben. Kinder von 10 bis 12 Jahren und Erwachsene ab 51 Jahren kommen mit 180 mcg Jod aus, Jugendliche und Erwachsene von 13 bis 51 Jahren benötigen 200 mcg. Bei schwangeren und stillenden Frauen wird ein leicht erhöhter Bedarf von 230 bzw. 260 mcg Jod angesetzt. Orthomolekulare Therapeuten gehen allgemein von einem etwas breiteren Bedarfsbereich, von 150 bis 300 mcg Jod, aus.

Deckt die tägliche Ernährung den Bedarf an Jod?

Durch jodarme Lebensmittel kommt es in Deutschland häufig zu Jodmangelkrankheiten. Sie sind meist so überflüssig wie der dann entstehende Kropf. Mit regelmäßigen und ausreichenden Jodergänzungen lassen sich Jodmangel wie Folgekrankheiten vermeiden.

Die Jodvorräte in der Schilddrüse reichen etwa zwei Monate lang zur Synthese von Hormonen aus. Jod muss für gesunde Schilddrüsenfunktionen dem Körper regelmäßig und ausreichend zugeführt werden. Über die Ernährung wird in Deutschland der tägliche Jodbedarf nicht gedeckt. Meist wird vom empfohlenen Bedarf maximal die Hälfte, etwa 100 mcg täglich, aufgenommen. Der häufige Verzehr von Seefischen und Meerestieren könnte zur besseren Jodversorgung beitragen, doch immer seltener kommen bei uns Fische auf den Tisch. Mit jodiertem Salz lässt sich der Jodmangel teilweise ausgleichen. Dies geschieht in Deutschland auf freiwilliger Basis, im Handel wird jodiertes Salz mit einem Zusatz von 32 mg Kaliumjodat bzw. 20 mg Jod pro Kilogramm angeboten. Reform- und Meersalze enthalten im übrigen ohne Jodzusätze nur wenig Jod. Etwa 2 bis 3 Gramm Speisesalz werden im Durchschnitt im Haushalt täglich verwendet, jodiertes Salz ergänzt danach täglich nicht mehr als etwa 40 bis 60 mcg Jod, etwa ein Viertel bis ein Drittel des Tagesbedarfes. Weitere 5 bis 7 Gramm Salz stecken meist in den täglich verzehrten Back-, Fleisch- und Fertigwaren, die oft noch mit unjodiertem Salz hergestellt sind. Um als Ergänzung tatsächlich wirksam zu sein, müssten wir ausschließlich Jodsalz verwenden, im Haushalt ebenso wie in Großküchen, in der Lebensmittel- wie in der Backindustrie. Erlaubt ist dies seit 1989, geschieht jedoch bisher nur teilweise. Andere Länder wie die Schweiz haben den Jodzusatz im Salz erhöht, um Jodmängel besser auszugleichen. Nicht zu vergessen ist, dass viele Menschen der Gesundheit zuliebe an Salz sparen sollten. Eine gute Alternative zur Jodergänzung durch Salz bieten daher auch individuell dosierbare Jodtabletten.

Ergänzender Bedarf für alle Bevölkerungsgruppen zur Prävention
Da Deutschland zu den Jodmangelgebieten zählt, ist es nahezu unmöglich, unseren Jodbedarf regelmäßig und ausreichend über die Ernährung zu decken. Daher ist die ständige Jodergänzung für alle Bevölkerungs- und Altersgruppen zu empfehlen. Dies beugt der Entwicklung von Jodmangelkrankheiten wirksam vor. Besonders wichtig ist die ausreichende und leicht erhöhte Jodzufuhr bei schwangeren und stillenden Frauen, da Fötus und Säuglinge davon profitieren. Neuere Studien zeigen, dass Jodmängel bei Neugeborenen in späteren Jahren beispielsweise zu verzögerter Entwicklung bzw. zu Lerndefiziten führen können. Auch in der Pubertät ist die ausreichende Versorgung sehr wichtig, weil der Jodbedarf in der Wachstumsphase erhöht ist. Besonders kritisch ist oft die Jodzufuhr bei strengen Veganern, die in ihrer Ernährung konsequent auf Eier und Milchprodukte verzichten. Auch sie sollten besonders auf die ergänzende Jodzufuhr achten.

Wenn Jod im Körper fehlt

Jodergänzungen sind in den empfohlenen Dosierungen sicher. Jodsalz ergänzt nur einen kleinen Teil des vorhandenen Jodmangels. Bei üblichem Gebrauch von Salz ist keine Überdosierung zu befürchten.

Jod kommt in der Nahrung vor allem als Jodid vor, das im Magen-Darm-Trakt schnell aufgenommen wird und als anorganisches Jod in den Blutkreislauf bzw. zur Schilddrüse kommt. Geringe Jodzufuhren führen dazu, dass zu wenig Thyroxin gebildet wird. Die Schilddrüse versucht, dies durch vermehrtes Aktivität zu kompensieren, was ihr vergrößertes Wachstum bewirkt. Die Struma, im Volksmund Kropf genannt, entsteht. Zu den typischen Symptomen eines ernsteren Jodmangels gehören Atem- und Schluckbeschwerden, Gewichtszunahmen, verminderte Leistungsfähigkeit, Unruhe, Ängste, Antriebsschwächen, Schlafstörungen, Depressionen, gestörte Verdauung und erhöhte Kälteempfindlichkeit. Man geht bei uns davon aus, dass täglich ein Defizit von etwa 100 bis 170 mcg Jod entsteht. Der Jodmangel lässt sich u.a. im Urin bestimmen. Täglich wird etwa soviel Jod ausgeschieden, wie aufgenommen wird. Als Folge des anhaltenden Joddefizits hat etwa jeder zweite Bundesbürger eine vergrößerte Schilddrüse, bei jedem Vierten erreicht die Vergrößerung mit dem Kropf schließlich krankhafte Ausmaße. Wird ein Kropf nicht rechtzeitig behandelt, kann eine Operation notwendig werden. Rund 100.000 Schilddrüsen-Operationen werden jährlich durchgeführt, sie sind damit immerhin der dritthäufigste Eingriff in deutschen Krankenhäusern - und, nach Ansicht vieler Fachleute, so überflüssig wie der Kropf selbst. Denn 90 Prozent aller Schilddrüsenerkrankungen sind durch Jodmangel verursacht und könnten durch rechtzeitig ergänzende Jodzufuhren auf einfache Weise vermieden werden.

Kann man Jod überdosieren oder gibt es Nebenwirkungen?
Jodergänzungen durch jodiertes Salz, Jodtabletten bzw. Jodzusätze in Mineral- und Spurenstoffpräparaten gleichen in der Regel nur vorhandene Defizite aus. Gegner von Jodergänzungen befürchten eine Überdosierung an Jod. Dagegen lässt sich einwenden, dass der Griff zum Jodsalz freiwillig geschieht und nicht staatlich gelenkt wird. Das wichtigere Argument ist, dass durch jodiertes Speisesalz nicht mehr als ein kleiner Teil des Mangels ausgeglichen wird, der allgemein vorhanden ist. Wem die Dosierung von Jod über die Salzzufuhr zu ungenau oder aus gesundheitlichen Gründen nicht zu empfehlen ist, der kann gezielt zu Jodergänzungen in Form von Tabletten greifen. Die zugeführte Jodmenge ist hier individuell dosierbar. Jodergänzungen mit Salz und Tabletten sind in empfohlenen Dosierungen unbedenklich, auch die Bildung von Jod-Akne ist nicht zu befürchten. Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass für Gesunde die lebenslange tägliche Aufnahme von bis zu 1000 mcg Jod unbedenklich ist. Nur unter sehr hohen Dosen treten in Einzelfällen Hautreaktionen, Störungen im Magen-Darm-System oder allergieähnliche Symptome auf. Bei vorhandener Struma oder bei Störungen im Stoffwechsel der Schilddrüse werden Überdosierungen niedriger angesetzt, bei mehr als 300 mcg Jod täglich. Betroffene sollten bei Jodergänzungen ihren Therapeuten um Rat fragen, Jodsalz dürfen auch sie meist ohne Bedenken verwenden.

Jod zur Vorbeugung – und wieviel?
Jodergänzungen müssen regelmäßig durchgeführt werden. Zur Verfügung stehen jodiertes Salz, wovon 5 Gramm 100 mcg Jod ergänzen. Als Alternative stehen Jodtabletten zur Verfügung, die individuell dosiert werden können. Für Jugendliche im Wachstum und für schwangere und stillende Frauen ist die ausreichende Versorgung mit Jod sehr wichtig. Auch strikte Veganer sollten auf die ausreichende Jodzufuhr achten.

Im Haushalt sollte nach Möglichkeit regelmäßig Jodsalz verwendet werden, das einen Teil des täglichen Jodbedarfes ergänzen hilft. Noch wird aber in vielen Haushalten kein Jodsalz verwendet, oder es wird nicht regelmäßig benutzt. Überschätzen sollte man die darüber zugeführte Jodmenge nicht, denn bei der Zubereitung von Lebensmitteln geht ein Teil wieder verloren. Die tägliche Dosis Jodsalz im Haushalt kann relativ gering sein kann, da zunehmend mehr salzarme Kost verzehrt, außer Haus gegessen oder häufig industriell hergestellte Lebensmittel ohne Jodsalz verwendet werden. Lebensmittel mit Jodsalz tragen ein Jod-Gütesiegel, die Jodzusätze sind in der Zutatenliste angeführt. Darauf sollte man beim Einkauf achten. Zur Vorbeugung eines Jodmangels wird täglich die Aufnahme von etwa 100 bis 150 mcg Jod empfohlen. Wer jodreiche Lebensmittel, beispielsweise Seefische und Milch, vorweigend meidet, sollte die sichere Jodversorgung eventuell durch Tabletten regeln. Auf die ausreichende Versorgung sollten vor allem schwangere und stillende Frauen, Jugendliche und Veganer achten. Jodgaben zur Rückbildung einer Struma bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sollten unter therapeutischer Anweisung erfolgen. Auch bei Überfunktionen der Schilddrüse sollte man Jodergänzungen mit den behandelnden Therapeuten besprechen.

ntielles Spurenelement, zumindest streiten die Wissenschaftler noch darüber, ob Fluorid für den Menschen lebensnotwendig ist. Schaut man sich die Funktionen von Fluorid im Körper an, so spricht jedoch einiges für den essentiellen Bedarf.

Fluorid hat viele wichtige Funktionen im Körper
In den Zähnen und in den Knochen befinden sich 95 Prozent des im Körper vorhandenen Fluorids. Geringe Mengen sind in der Haut, den Nägeln und Haaren enthalten. Fluorid wird in Apatit eingebaut und verstärkt dessen Kristallinität. Apatit härtet die Knochen- und Zahnstrukturen und trägt zu stabilen Geweben bei. Fluorid macht so den Zahnschmelz erheblich widerstandsfähiger gegenüber den schädlichen Angriffen von Säuren, die im Mund von Kariesbakterien gebildet werden. Ein erhöhter Fluoridgehalt im Speichel fördert außerdem die Remineralisation von kleineren Kariesschäden im Zahnschmelz, und er kann möglicherweise auch die Säurebildung in den Zahnbelägen hemmen. Für den essentiellen Bedarf an Fluorid sprechen außerdem Beobachtungen, dass ein Mangel in der Schwangerschaft und im ersten Lebensjahr von Säuglingen das Wachstum verzögert.

Die Hauptlieferanten von Fluorid

Unsere Ernährung enthält nur wenig Fluorid. Daher wird empfohlen, Fluorid in geringen Mengen regelmäßig zu ergänzen. Zur Verfügung stehen Fluoridsalz und Fluoridtabletten. Für die äußerliche Anwendung an den Zähnen gibt es u.a. fluoridierte Zahnpasten und -gele.

Deutschland ist vorwiegend ein Fluoridmangelgebiet. Fluorid ist ebenso wie Jod aus den Böden und aus dem Gestein über die Nahrungskette nur wenig verfügbar. Der Fluoridgehalt ist daher in Lebensmitteln im allgemeinen sehr gering. Eine wichtige Quelle für Fluorid ist das Trinkwasser. In Deutschland enthalten aber 90 % aller Regionen weniger als 0,25 mg Fluorid pro Liter Wasser, viel zu wenig, um den täglichen Bedarf zu sichern. Nur wenige Gebiete enthalten bis zu 0,7 mg Fluorid pro Liter Wasser oder mehr. Über die regionalen Werte geben die Gesundheitsämter und Wasserwerke Auskunft. In der Nahrung enthalten Meeresfische und schwarzer Tee im Vergleich zu anderen Lebensmitteln relativ viel Fluorid. Ein Liter schwarzer Tee enthält 1 mg Fluorid. Wegen der allgemein geringen, jedoch wünschenswerten höheren Zufuhr ist im Lebensmittelhandel mit Fluoriden (und mit Jod) angereichertes Speisesalz erhältlich. 1 Gramm fluoridiertes Salz ergänzt jeweils 0,25 mg Fluorid.

An Fluorid reiche Lebensmittel enthalten in 100 Gramm

Ölsardinen (mit Gräten) 0,2 - 0,4 mg
Huhn 0,06 - 0,1 mg
Tee 0,01 - 0,42 mg

2 mg Fluorid sind enthalten in

Garnelen 1,250 kg
Butter 1,5 kg
schwarzer Tee 2 kg
Muskelfleisch  2 kg
Fisch 6,5 kg
Gemüse 10 kg
Obst 20 kg
Brot 20 kg

Der tägliche Bedarf an Fluorid

Der Bedarf an Fluorid richtet sich nach dem Alter und Geschlecht. Die tägliche Ergänzung kann, abhängig vom Fluoridgehalt im Trinkwasser, genau bestimmt werden.

Der tägliche Bedarf an Fluorid ist vom Alter und Geschlecht abhängig. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Werte von 0,25 bis zu knapp 4 mg Fluorid täglich. Im Alter von bis zu vier Monaten werden Jungen und Mädchen täglich 0,25 mg Fluorid empfohlen, Kinder bis zu einem Jahr sollten 0,5 mg zuführen. Bis zu vier Jahren sollten 0,7 mg, bis zu 10 Jahren 1,1 mg und bis zu 13 Jahren 2 mg aufgenommen werden. Dann trennen sich die Werte für männliche und weibliche Jugendliche und Erwachsene. Junge Männer bis zu 19 Jahren sollten 3,2 mg Fluorid aufnehmen, für junge Frauen gleichen Alters wurde die Menge mit 2,9 mg Fluorid etwas geringer angesetzt. Erwachsene Männer sollten täglich 3,8 mg Fluorid zuführen, erwachsene Frauen 3,1 mg. In diesen Bedarfswerten sind jeweils alle Zufuhren aus der Nahrung, aus dem Trink- und Kochwasser und aus Fluorid-Ergänzungen enthalten.

Deckt die tägliche Ernährung den Bedarf an Fluorid?
Fluorid wird aus der Nahrung in sehr geringen Mengen aufgenommen. Es ist allein über die Ernährung unmöglich, den täglichen Bedarf an Fluoriden zu decken. Die Resorption hängt außerdem davon ab, wie Fluoride an Nahrungsbestandteile gebunden sind. Ohne die ergänzende Zufuhr an Fluoriden aus Fluoridsalz oder Fluoridtabletten werden täglich nur etwa 0,1 bis 0,5 mg von diesem Spurenelement aufgenommen. Die Aufnahme kann außerdem durch größere Mengen an Aluminium, Kalzium oder Magnesium behindert werden. Einige Länder sind wegen der zu geringen Fluoridzufuhr aus der Ernährung dazu übergegangen, dem Trinkwasser Fluorid zuzusetzen, um den täglichen Bedarf zu sichern.

Dies hat sich in Deutschland nicht durchgesetzt, um eventuell mögliche zu hohe Aufnahmen zu vermeiden. Die Ergänzungen muss daher bei uns jeder Mensch in Eigeninitiative durchführen. Die empfohlenen Dosen richten sich nach den regionalen Fluoridanteilen im Trinkwasser und nach dem Alter. Sie liegen zwischen 0,25 mg und 1 mg Fluorid und können über Fluoridsalz oder -tabletten ergänzt werden. In den meisten Regionen Deutschlands liegt der Fluoridgehalt im Trinkwasser unter 0,3 mg pro Liter. Dann sollten bei Kindern bis zu 4 Jahren täglich 0,25 mg Fluorid und bis zu 7 Jahren 0,5 mg ergänzt werden. Ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene sollten ebenso wie schwangere und stillende Frauen täglich 1 mg Fluorid ergänzen. Liegt der Gehalt im Trinkwasser bei bis zu 0,7 mg Fluorid pro Liter, können diese Werte halbiert werden. Ist der Fluoridgehalt im Trinkwasser höher, ist die Fluoridergänzung durch Tabletten oder Salz unnötig.

Typische Gruppen für einen Mehrbedarf an Fluorid

  • schwangere und stillende Frauen
  • Säuglinge und Kinder (Zahnbildung, Wachstum)
  • bei erhöhtem Risiko für Karies
  • bei erhöhtem Risiko für Osteoporose

Wenn Fluorid im Körper fehlt
Ein Mangel an Fluoriden erhöht das Kariesrisiko. Der Speichel und der Zahnschmelz können dann nicht genügend mineralisiert werden. Das macht die Zähne anfälliger für Kariesbakterien. Das ist besonders für Kinder wichtig. In den letzten Jahren wurden große Anstrengungen unternommen, um die Verbreitung von Karies bei Kindern mit Hilfe von Fluoridergänzungen zu senken. Mit Erfolg, wie sich inzwischen am rückläufigen Kariesbefall gezeigt hat.
Bei Fluoriden ist die Spannbreite zwischen einer Unterversorgung und der zu hohen Zufuhr relativ eng. Aus diesem Grund wird über den nötigen Bedarf und die Ergänzung häufig heftig gestritten. Wer sich bei Fluoridergänzungen jedoch an die empfohlenen Dosierungen hält, geht kein Risiko von gesundheitlichen Schäden ein.

Kann man Fluorid überdosieren oder gibt es Nebenwirkungen?
Allgemein gilt, dass eine dauerhafte Aufnahme von bis zu 5 mg Fluorid täglich für gesunde Erwachsene nicht toxisch wirkt. Darüber treten gelegentlich unerwünschte Wirkungen mit der Zahnfluorose auf. In Einzelfällen wurden Fluorosen bereits bei Aufnahmen von 2 bis 4 mg Fluorid täglich über längere Zeit beobachtet. Typisches Zeichen für die Fluorose ist, dass der Zahnschmelz weich wird und kalkig-weiße Flecken entstehen. Bei anhaltender erhöhter Zufuhr können sich diese Flecken schließlich gelbbraun verfärben. Bei viel höheren Zufuhren können Erbrechen, Krämpfe und Schilddrüsenstörungen entstehen. Bei jahrelanger Aufnahme von mehr als 10 bis zu 25 mg Fluorid täglich können ernstere Schäden mit Fehlbildungen am Skelett auftreten, Osteoporose kann sich bilden, und Weichteile können sich verhärten (kalzifizieren). Mediziner halten dies jedoch eher für ein theoretisch vorhandenes Risiko, denn allein aus Nahrungsquellen ist es kaum möglich, regelmäßig so viel Fluorid aufzunehmen.

Fluorid zur Vorbeugung – und wieviel?
Zur Vorbeugung vor Karies wird die Ergänzung von Fluorid empfohlen. Für die äußerliche Anwendung zum Schutz der Zähne stehen Fluorid-Zahnpasten und Fluoridgele zur Verfügung. Bei einem erhöhten Risiko für Karies können die Zähne vom Zahnarzt auf spezielle Weise fluoridiert und behandelt werden. Kinder sollten zur Vorbeugung gegen Karies die für ihren Bedarf mit geringeren Fluoridmengen angereicherten Kinder-Zahnpasten benutzen. Fluorid-Zahnpasten für Erwachsene sind höher dosiert und daher für Kinder ungeeignet. Eltern sollten ihre Kinder dazu anhalten, fluoridierte Zahnpasten einige Zeit im Mund zu behalten, damit das Fluorid vom Zahnschmelz aufgenommen werden kann. Die Zahnpasta sollte aber nicht herunter geschluckt werden. Der elterliche Beistand beim Zähneputzen sorgt nicht nur für sorgfältigeres Zähneputzen, auch zum Mundspülen kann man die Kinder besser anhalten. Abgesehen von fluoridierten Zahnpasten, die ja nur die Zähne schützen, sollte jeder Mensch eine systemische Form der Fluoridergänzung mit Tabletten oder Salz durchführen. Grundsätzlich sollte jeweils nur eine Form der Ergänzung angewendet werden. Die Fluoridzufuhr aus Tabletten kann dabei genauer bestimmt und dosiert werden. Sie wird daher vor allem schwangeren und stillenden Frauen sowie für Kinder empfohlen. Über die im Einzelfall geeigneten Dosierungen kann der Frauen- und Kinderarzt informieren.

Fluoridiertes Speisesalz enthält 250 mg Fluorid pro Kilogramm. Eine überhöhte Zufuhr ist durch den üblichen Salzgebrauch nicht zu erwarten. Das gilt auch dann, wenn fertige Lebensmittel, beispielsweise Brot, mit fluoridiertem Salz gebacken werden.

Fluoride wirken auf die Karies in der Regel nur vorbeugend, sie können allenfalls beginnende Kariesläsionen unschädlich machen. Bei fortschreitenden Kariesschäden können sie zur Therapie nicht eingesetzt werden. Da helfen nach wie vor nur der Zahnarzt und der Bohrer.
Fluoride werden teilweise zur Therapie der Osteoporose eingesetzt. Jedoch ist die therapeutische Wirkung nicht so groß, wie man zunächst annahm. Es hat sich gezeigt, dass zur Osteoporose ein Mangel an verschiedenen Nährfaktoren beitragen kann. Entsprechend kann auch nicht die Gabe eines Nährstoffes allein die Krankheit verringern. Es ist therapeutisch sinnvoller, bei Osteoporose neben den üblichen Therapien alle benötigten Nährstoffe zu ergänzen. Dazu gehören neben Fluoriden vor allem die Vitamine C, D, K, die B-Vitamine und die Mineralstoffe Kalzium, Magnesium, Kupfer, Bor und Zink.